Postpartale Depression
Auch: postpartale Depression, postpartalen Depression, Wochenbettdepression, Wochenbett-Depression
Depression nach der Geburt, die im ersten Jahr etwa 10 bis 15 von 100 Frauen betrifft und länger anhält als ein Babyblues.1, 2
Typisch sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme, Ängste und Schuldgefühle. Auch Gedanken, sich oder dem Baby zu schaden, kommen vor.1, 2
Unbehandelt dauert sie meist 4 bis 6 Monate und kann chronisch werden. Wirksam sind Psychotherapie und bei Bedarf Medikamente. Ein psychotherapeutisches Erstgespräch geht ohne Überweisung.1, 2
Auch Väter können vor oder nach der Geburt eine Depression bekommen, nach einer großen Studienauswertung etwa jeder zehnte. Typisch sind bei ihnen zum Beispiel Reizbarkeit, Erschöpfung und Freudlosigkeit.3, 4
Davon zu unterscheiden ist die seltene postpartale Psychose bei etwa 1 von 1.000 Müttern. Sie beginnt meist plötzlich in den ersten 2 Wochen und ist ein medizinischer Notfall. Betroffene merken das oft selbst nicht, deshalb musst du handeln: in akuter Gefahr die 112, sonst schnell ärztliche Hilfe, außerhalb der Sprechzeiten unter 116 117.5, 1, 2, 6
Für dich
In einer Krise helfen eine psychiatrische Ambulanz oder die TelefonSeelsorge, Tag und Nacht unter 0800 111 0 111. In akuter Gefahr wählst du die 112.1, 2, 7, 6
Verwandte Begriffe
Quellen
- 1familienplanung.de (BIÖG): Wochenbett-Depression
- 2gesund.bund.de (BMG, mit IQWiG): Wochenbettdepression
- 3familienplanung.de (BIÖG): Väter und Co-Mütter: Stress und Stimmungstiefs nach der Geburt
- 4JAMA: Paulson JF, Bazemore SD: Prenatal and Postpartum Depression in Fathers and Its Association With Maternal Depression: A Meta-analysis. JAMA 2010;303(19):1961–1969
- 5NHS (UK): Postpartum psychosis
- 6Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- 7TelefonSeelsorge Deutschland (ev./kath. Träger): TelefonSeelsorge
Stand 23. Oktober 2026