Vorbereitung
Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt
Was Klinik, Geburtshaus und Hausgeburt bieten, wann eine Verlegung nötig wird, was ihr selbst zahlt und wann ihr euch anmeldet.
13. SSW bis Geburt
Wo euer Baby zur Welt kommen kann
Ist sie gesetzlich versichert? Dann hat sie Anspruch auf eine ambulante oder eine stationäre Geburt. Ambulant geht in einer Klinik, einem Geburtshaus oder einer Hebammenpraxis. Es geht auch in einer Einrichtung, die eine Ärztin oder ein Arzt leitet. Oder zu Hause. Ambulant heißt: Aus der Klinik oder Einrichtung geht ihr nach wenigen Stunden nach Hause. Aus der Klinik geht das nach etwa 4 Stunden. Dafür müssen sie und euer Baby wohlauf sein. Und eine Nachsorge-Hebamme muss bereitstehen.1,2,3,4
Ist sie gesetzlich versichert, hat sie Anspruch auf eine ambulante oder stationäre Entbindung. Ambulant entbinden kann sie in einem Krankenhaus, einem Geburtshaus, einer ärztlich geleiteten Einrichtung, einer Hebammenpraxis oder zu Hause. Nach einer ambulanten Geburt in einer Klinik oder einer anderen Einrichtung geht ihr nach wenigen Stunden nach Hause. Aus der Klinik geht das nach etwa 4 Stunden, wenn sie und euer Baby wohlauf sind und eine Nachsorge-Hebamme bereitsteht.1,2,3,4
Von 100 Kindern kommen etwa 98 in einer Klinik zur Welt. Etwa 1 kommt zu Hause zur Welt und etwa 1 im Geburtshaus.2
Etwa 98 von 100 Kindern kommen in einer Klinik zur Welt, je etwa eins zu Hause und im Geburtshaus.2
Für 2024 zählt der GKV-Spitzenverband 12.932 Geburten außerhalb einer Klinik und 667.085 Klinik- und sonstige Geburten. Von Hebammen geleitete Einrichtungen, also Geburtshäuser, gab es laut GKV-Spitzenverband 2025 insgesamt 121.5
In der Klinik
In der Klinik sind Hebammen, Ärztinnen und Ärzte Tag und Nacht da. Dort gibt es auch eine PDA und Lachgas.2
In der Klinik sind Hebammen, Ärztinnen und Ärzte rund um die Uhr da. Eine PDA und Lachgas gibt es dort.2
In der Klinik kümmert sich eine Hebamme meist um mehrere Frauen. Eine Hebamme nur für sie gibt es mit einer Beleghebamme. Oder in einem Hebammenkreißsaal.2
In der Klinik betreut eine Hebamme meist mehrere Frauen. Eine Betreuung eins zu eins gibt es mit einer Beleghebamme oder in einem Hebammenkreißsaal.2
Hebammenkreißsäle gab es laut familienplanung.de im Jahr 2020 insgesamt 23.2
Kliniken haben verschiedene Stufen der Versorgung, von Level 1 bis Level 4. Die höchste Stufe heißt Perinatalzentrum Level 1. Diese Kliniken sind zum Beispiel für Frühgeborene unter 1.250 g da. Level 4 ist eine Geburtsklinik. Laut familienplanung.de sind diese Kliniken für Geburten ohne Komplikationen ab der 37. SSW da.2
Kliniken haben unterschiedliche Versorgungsstufen, von Level 1 bis Level 4. Die höchste Stufe ist das Perinatalzentrum Level 1, etwa für Frühgeborene unter 1.250 g. Level 4 ist laut familienplanung.de eine Geburtsklinik für Geburten ohne Komplikationen ab der 37. SSW.2
Im Geburtshaus oder zu Hause
Im Geburtshaus und bei einer Hausgeburt kümmert sich eine Hebamme die ganze Zeit um sie. Eine PDA und Lachgas gibt es dort nicht. Ausrüstung für Notfälle ist aber da. Aus dem Geburtshaus geht ihr nach einigen Stunden nach Hause.2
Im Geburtshaus und bei einer Hausgeburt betreut eine Hebamme sie durchgehend. PDA und Lachgas gibt es dort nicht, Notfallausrüstung schon. Aus dem Geburtshaus geht ihr nach einigen Stunden nach Hause.2
Ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt kommt nur infrage, wenn es keine medizinischen Risiken gibt. Ausgeschlossen ist das zum Beispiel bei Diabetes oder starkem Übergewicht.2
Geburtshaus und Hausgeburt kommen nur ohne medizinische Risiken infrage. Ausschlussgründe sind zum Beispiel Diabetes oder Adipositas, also starkes Übergewicht.2
Bei einer geplanten Hausgeburt kommen etwa 3 von 10 Frauen doch in eine Klinik. Das gilt beim ersten Kind. Bei weiteren Kindern ist es etwa 1 von 10. Von 100 Frauen, die in eine Klinik wechseln, fahren nur 6 im Rettungswagen.2
Bei einer geplanten Hausgeburt werden etwa 3 von 10 Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, in eine Klinik verlegt. Bei weiteren Kindern ist es etwa 1 von 10. Nur 6 von 100 Verlegungen laufen per Rettungswagen.2
Laut QUAG-Qualitätsbericht 2024 enden 18 % der Geburten, die außerhalb einer Klinik beginnen, in einer Klinik.5
Manchmal wechselt sie doch in eine Klinik. Häufige Gründe sind: Die Geburt geht nicht voran. Die Herztöne eures Babys sind auffällig. Sie wünscht sich eine PDA. Die Fruchtblase ist geplatzt, aber es kommen keine Wehen. Das Fruchtwasser ist grün.2
Häufige Gründe für eine Verlegung aus dem Geburtshaus oder von zu Hause in eine Klinik sind eine Geburt, die nicht vorangeht, auffällige Herztöne, der Wunsch nach einer PDA, ein Blasensprung ohne Wehen und grünes Fruchtwasser.2
Was ihr selbst zahlt
Mit einer Beleghebamme, im Geburtshaus und bei einer Hausgeburt kommt eine Pauschale dazu. Diese Pauschale heißt Rufbereitschaftspauschale. Laut familienplanung.de kostet die Pauschale 300 bis 1.000 Euro. Laut GKV-Spitzenverband sind es oft mehrere Hundert Euro.2,5
Bei einer Beleghebamme, im Geburtshaus und bei einer Hausgeburt fällt eine Rufbereitschaftspauschale an. Laut familienplanung.de sind das 300 bis 1.000 €, laut GKV-Spitzenverband oft mehrere Hundert Euro.2,5
Wie viel die Krankenkasse davon zahlt, dazu gibt es verschiedene Angaben. Laut familienplanung.de zahlen die gesetzlichen Kassen meist 250 bis 300 Euro dazu. Laut GKV-Spitzenverband zahlen manche Kassen einen Teil zurück.2,5
Zur Erstattung gehen die Angaben auseinander. Laut familienplanung.de zahlen die gesetzlichen Kassen meist 250 bis 300 € dazu. Laut GKV-Spitzenverband erstatten manche Kassen einen Teil.2,5
Die Angaben zur Rufbereitschaftspauschale stammen von familienplanung.de mit Stand Januar 2024 und vom GKV-Spitzenverband mit Stand Oktober 2025.2,5
Manche Leistungen der Klinik zahlt ihr selbst, zum Beispiel ein Einzelzimmer. Auch ein Familienzimmer müsst ihr meist selbst bezahlen.2,4
Wahlleistungen in der Klinik, etwa ein Einbettzimmer, zahlt ihr selbst. Auch ein Familienzimmer müsst ihr in der Regel privat bezahlen.2,4
Anmelden und auswählen
Für die Klinik gibt es ein Gespräch zur Anmeldung. Es ist meist einige Wochen vor dem Termin. Die Klinik legt dann eine Akte an. Ihr könnt trotzdem in eine andere Klinik gehen.2
Für die Klinik gibt es ein Anmeldegespräch, meist einige Wochen vor dem Termin. Die Klinik legt dann eine Akte an. Gebunden seid ihr an diese Klinik nicht.2
Im Anmeldegespräch könnt ihr eure Wünsche für die Geburt mit dem Team besprechen. Ihr könnt die Wünsche dort auch aufschreiben lassen.6
Im Anmeldegespräch könnt ihr eure Wünsche zur Geburt mit dem Team besprechen und in den Unterlagen festhalten lassen.6
Für ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt meldet sie sich früh an. Denn es gibt Wartelisten. Plant sie eine Hausgeburt? Dann meldet sie sich zusätzlich in einer Klinik an.2
Für Geburtshaus oder Hausgeburt meldet sie sich früh an, denn es gibt Wartelisten. Bei einer geplanten Hausgeburt meldet sie sich zusätzlich in einer Klinik an.2
Bei der Wahl helfen Infoabende und Führungen durch den Kreißsaal. Auch das Verzeichnis der Perinatalzentren vom IQTIG hilft. Und die Seite quag.de.2
Bei der Wahl helfen Infoabende und Kreißsaalführungen, das Perinatalzentren-Verzeichnis des IQTIG und die Seite quag.de.2
Was du tun kannst
- Geht zusammen zu einem Infoabend oder einer Führung durch den Kreißsaal. Macht das, bevor ihr euch für einen Ort entscheidet.2
- Geht zusammen zu einem Infoabend oder einer Kreißsaalführung, bevor ihr euch für einen Geburtsort entscheidet.2
- Plant ihr eine Beleghebamme, ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt? Dann fragt vorher bei ihrer Krankenkasse nach. Fragt, wie viel die Kasse zur Rufbereitschaftspauschale dazuzahlt.2,5
- Plant ihr eine Beleghebamme, ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt, fragt vorher bei ihrer Krankenkasse, was die Kasse zur Rufbereitschaftspauschale dazuzahlt.2,5
- Packt auch bei einer geplanten Hausgeburt einige Wochen vor dem Termin eine Kliniktasche.7,8
Passt dazu
- Geburtsort, Anmeldung und KliniktascheWo euer Baby zur Welt kommen kann, wie die Anmeldung läuft und was ihr in die Kliniktasche packt.
- Hebamme finden und was sie übernimmtWarum ihr früh sucht, wo ihr eine Hebamme findet, was sie für euch übernimmt und wer sie bezahlt.
- Wenn euer Baby zu früh kommt: Klinik, Fristen und NachsorgeWas als Frühgeburt gilt, welche Klinik euer Baby versorgt, welche Fristen sich ändern und was nach der Entlassung wichtig ist.
Quellen
- 1gesetze-im-internet.de: § 24f SGB V (Entbindung)
- 2familienplanung.de (BIÖG): Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt
- 3familienplanung.de (BIÖG): Väter und Co-Mütter: Bei der Geburt dabei sein
- 4familienplanung.de (BIÖG): Die ersten Tage nach der Geburt
- 5GKV-Spitzenverband: Zahlen, Daten, Fakten zu freiberuflichen Hebammen
- 6familienplanung.de (BIÖG): Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten?
- 7familienplanung.de, © BIÖG: Checkliste „Meine Kliniktasche“ (PDF)
- 8gesund.bund.de (BMG): Kliniktasche
Stand 27. Oktober 2026