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Notfall

Sicherheit und Erste Hilfe

Notruf, Alarmzeichen, Giftnotruf

Wann ihr sofort die 112 ruft, wie ihr den Notruf absetzt, wann die 116 117 hilft und wie ihr den Giftnotruf erreicht.

Passt für: Geburt bis 3 Jahre

Welche Nummer wann

Im Notfall ruft die 112 an. Der Anruf kostet nie etwas, auch nicht vom Handy.1,2

Im Notfall ruft ihr die 112. Der Anruf ist immer kostenlos, auch vom Handy.1,2

Ist die Kinderarztpraxis zu? Dann ruft die 116 117 an. Dort erreicht ihr den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Im Notfall hilft euch auch die nächste Kinderklinik.2

Außerhalb der Sprechzeiten erreicht ihr den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Im Notfall könnt ihr euch auch an die nächste Kinderklinik wenden.2

Glaubt ihr, dass sich euer Kind vergiftet hat? Dann ruft den Giftnotruf an. Der Giftnotruf ist Tag und Nacht erreichbar. Dort erfahrt ihr, was ihr weiter tun sollt.3,4

Bei Verdacht auf eine Vergiftung ruft ihr den Giftnotruf an. Die Giftinformationszentren sind rund um die Uhr erreichbar und sagen euch, was ihr weiter tun sollt.3,4

Die Hinweise zum Bereitschaftsdienst unter 116 117 und zur nächsten Kinderklinik stehen in der Elternleitlinie zum Umgang mit Fieber bei Kindern und Jugendlichen, Version 1.0 von Mai 2025.2

Wann ihr die 112 ruft

Ist euer Kind bewusstlos? Oder atmet es nicht? Oder schlägt sein Herz nicht? Dann ruft sofort die 112 an. Beginnt mit der Ersten Hilfe. Atmet euer Kind nicht oder schlägt sein Herz nicht? Dann beatmet ihr zuerst. Danach macht ihr die Herzdruckmassage.1

Ist euer Kind bewusstlos, atmet es nicht oder schlägt sein Herz nicht, ruft ihr sofort die 112 und beginnt mit den Sofortmaßnahmen. Atmet euer Kind nicht oder schlägt sein Herz nicht, beatmet ihr bei einem Kind zuerst, danach folgt die Herzdruckmassage.1

Hat sich euer Kind vergiftet und krampft es? Oder ist es nach der Vergiftung bewusstlos? Dann ruft sofort die 112 an.4

Krampft euer Kind nach einer Vergiftung oder ist es danach bewusstlos, ruft ihr sofort die 112.4

Hat sich euer Kind auf einer großen Fläche verbrüht? Dann ruft die 112 an. Kühlt eine große Verbrühung nicht. Sonst kann euer Kind zu kalt werden. Wickelt euer Kind in saubere Tücher. Nur kleine verbrühte Stellen kühlt ihr. Nehmt dafür fließendes, handwarmes Wasser und kein Eis.5

Bei einer großflächigen Verbrühung ruft ihr die 112. Kühlt eine großflächige Verbrühung nicht, weil euer Kind sonst unterkühlen kann, sondern wickelt euer Kind in saubere Tücher. Nur kleine verbrühte Flächen kühlt ihr, unter fließendem, handwarmem Wasser und ohne Eis.5

Ist euer Kind auf den Kopf gefallen? War es danach länger bewusstlos? Oder verhält es sich anders als sonst? Oder ist es schläfrig oder nicht richtig wach? Oder erbricht es mehrmals? Dann ruft die 112 an. Fahrt nicht selbst los.6

Nach einem Sturz auf den Kopf ruft ihr die 112, wenn euer Kind länger bewusstlos war, sich anders verhält als sonst, schläfrig ist, wie im Dämmerzustand wirkt oder wiederholt erbricht. Fahrt dann nicht selbst.6

Ruft nach einem Sturz auf den Kopf auch bei einer „schwappenden“ Beule die 112 an. Oder wenn eine Blutung nicht aufhört.6

Nach einem Sturz auf den Kopf ruft ihr auch bei einer „schwappenden“ Beule oder bei einer Blutung, die nicht aufhört, die 112.6

Britische Empfehlungen nennen weitere Zeichen für den Notruf. In Deutschland ist das die 112. Hat euer Kind einen steifen Nacken? Oder einen Ausschlag, der unter einem Glas nicht blasser wird? Oder ist es empfindlich gegen Licht? Dann ruft die 112 an.7

Britische Empfehlungen nennen weitere Alarmzeichen für den Notruf, in Deutschland die 112: einen steifen Nacken, einen Ausschlag, der unter einem Glas nicht verblasst, oder Lichtempfindlichkeit.7

Britische Empfehlungen nennen noch mehr Zeichen für die 112. Hat euer Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf? Oder sind Hände und Füße ungewöhnlich kalt? Oder sind Haut oder Lippen blau, grau oder fleckig? Dann ruft die 112 an.7

Nach britischen Empfehlungen ruft ihr den Notruf auch bei einem ersten Fieberkrampf, bei ungewöhnlich kalten Händen und Füßen oder wenn Haut oder Lippen blau, grau oder fleckig sind.7

Britische Empfehlungen nennen noch mehr Zeichen für die 112. Ist euer Kind schwer wach zu bekommen? Oder ist es stark verwirrt? Oder hat es Atemnot? Oder stöhnt es oder atmet es sehr schnell? Oder zeigen sich beim Atmen Einziehungen? Dann ruft die 112 an.7

Nach britischen Empfehlungen ruft ihr den Notruf auch, wenn euer Kind schwer zu wecken oder stark verwirrt ist, Atemnot hat, stöhnt, sehr schnell atmet oder Einziehungen beim Atmen zeigt.7

Die deutsche Leitlinie für Eltern zu Fieber nennt einige dieser Zeichen auch. Bei Fieber sind diese Zeichen dort ein Grund, ärztliche Hilfe zu holen. Im Notfall ruft ihr die 112. Das gilt für einen Ausschlag, der unter einem Glas nicht verschwindet. Oder für sehr schnelles Atmen oder Atemnot. Oder wenn euer Kind stark schläfrig ist. Oder wenn es nicht ansprechbar ist. Nach einem Fieberkrampf lasst euer Kind immer ärztlich untersuchen. Das schreibt kindergesundheit-info.de.2,8

Die deutsche Elternleitlinie zu Fieber nennt einige dieser Zeichen bei Fieber als Grund, ärztliche Hilfe zu holen, im Notfall die 112: einen Ausschlag, der unter einem Glas nicht verschwindet, sehr schnelle Atmung oder Atemnot, starke Schläfrigkeit oder wenn euer Kind nicht ansprechbar ist. Nach einem Fieberkrampf lasst ihr euer Kind laut kindergesundheit-info.de immer ärztlich untersuchen.2,8

Die britischen Alarmzeichen für den Notruf stammen von einer Seite über Fieber bei Kindern, geprüft im Januar 2024. In Großbritannien ist der Notruf die 999.7

So setzt ihr den Notruf ab

Beim Notruf helfen euch die 5 W. Das 1. W: Wo ist es passiert? Sagt die Adresse, den Namen an der Klingel und das Stockwerk. Das 2. W: Was ist passiert?1

Beim Notruf helfen die 5 W. Wo ist es passiert? Nennt die Adresse, den Namen an der Klingel und das Stockwerk. Was ist passiert?1

Das 3. W: Wie viele sind verletzt? Sagt bei Kindern auch das Alter. Das 4. W: Welche Verletzungen gibt es?1

Beim Notruf sagt ihr auch, wie viele verletzt sind, bei Kindern mit Alter, und welche Verletzungen es gibt.1

Das 5. W heißt Warten. Wartet, ob es noch Fragen an euch gibt. Legt nicht selbst auf.1

Beim Notruf wartet ihr auf Rückfragen und legt nicht selbst auf. Das ist das fünfte W: Warten.1

Giftnotruf

Seht ihr an den Lippen oder an der Schleimhaut Spuren einer Verätzung? Dann muss euer Kind sofort ins Krankenhaus.4

Seht ihr an Lippen oder Schleimhaut Spuren einer Verätzung, muss euer Kind sofort ins Krankenhaus.4

Es gibt eine Liste der Giftinformationszentren, Stand Juli 2026. Danach ist Erfurt für diese Länder zuständig: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Nummer ist 0361 730730.9

Nach der Liste der Giftinformationszentren, Stand Juli 2026, ist für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Zentrum in Erfurt zuständig: 0361 730730.9

Göttingen ist für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig. Die Nummer ist 0551 19240.9

Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das Giftinformationszentrum in Göttingen zuständig: 0551 19240.9

Mainz ist für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zuständig. Die Nummer ist 06131 19240.9

Für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland ist das Giftinformationszentrum in Mainz zuständig: 06131 19240.9

Weitere Zentren gibt es in Berlin, Bonn, Freiburg und München. Berlin: 030 19240. Bonn: 0228 19240. Freiburg: 0761 19240. München: 089 19240. Für welche Bundesländer diese 4 Zentren zuständig sind, steht nicht in der Liste. Für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nennt die Liste kein Zentrum.9

Weitere Giftinformationszentren gibt es in Berlin unter 030 19240, in Bonn unter 0228 19240, in Freiburg unter 0761 19240 und in München unter 089 19240. Für welche Bundesländer diese vier Zentren zuständig sind, nennt die Liste nicht. Für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nennt die Liste deshalb kein zuständiges Zentrum.9

Passt dazu

Quellen

  1. 1BIÖG: Notfallsituationen, Stand 05.05.2025
  2. 2DGKJ u. a. (BVKJ, DEGAM, DGPI …), PDF über kinderaerzte-im-netz.de: Elternleitlinie zum Umgang mit Fieber bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), V1.0, 05/2025
  3. 3BIÖG: Gut zu wissen im Not- und Schadensfall (Notfall-Infos)
  4. 4BAG: Vergiftung (20.06.2024)
  5. 5BAG: Erste Hilfe: Verbrühungen (20.06.2024)
  6. 6BAG: Erste Hilfe: Kopfverletzungen (20.06.2024)
  7. 7NHS: High temperature (fever) in children (geprüft 03.01.2024)
  8. 8BIÖG: Fieber bei Babys und Kindern, Stand 04.05.2026
  9. 9BfR: Giftinformationszentren in Deutschland, Stand 22.07.2026

Stand 27. Oktober 2026