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Notfall

Direkt danach

Die Geburt verarbeiten, auch für dich

War die Geburt belastend, für sie oder für dich: welche Anzeichen es gibt, wer mit euch darüber spricht und wo ihr Hilfe findet.

Passt für: Geburt bis 1 Jahr

Wie Eltern eine Geburt erleben

Bis zur Hälfte der Frauen erlebt die Geburt als negativ. Manche Frauen erleben die Geburt als traumatisch. Etwa 1 von 20 Frauen bekommt danach die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung.1

Bis zur Hälfte der Frauen erlebt die Geburt als negativ, manche als traumatisch. Etwa jede zwanzigste bekommt die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung.1

Auch Väter, die bei der Geburt dabei sind, fühlen sich manchmal machtlos oder hilflos. Manche Väter sorgen sich um das Leben von ihr und eurem Baby. Manche waren auf die körperliche Seite der Geburt nicht vorbereitet.1

Auch begleitende Väter fühlen sich bei der Geburt manchmal ohnmächtig, hilflos oder in Sorge um das Leben von ihr und eurem Baby. Manche waren auf die körperliche Seite der Geburt nicht vorbereitet.1

Etwa 1 von 100 Vätern hatte eine posttraumatische Belastungsstörung durch die Geburt. Bei Müttern waren es etwa 5 von 100. Das zeigt eine große Auswertung vieler Studien. In Gruppen mit besonderem Risiko waren es mehr.2

Eine große Auswertung vieler Studien fand eine posttraumatische Belastungsstörung durch die Geburt bei 1,2 Prozent der Väter und bei 4,7 Prozent der Mütter. In Gruppen mit besonderem Risiko lagen die Werte höher.2

Die Auswertung von Heyne und anderen aus dem Jahr 2022 zur posttraumatischen Belastung nach der Geburt umfasste 154 Studien mit 54.711 Teilnehmenden. Unterschwellige Beschwerden, also Beschwerden ohne volle Diagnose, hatten dort 12,3 Prozent der Mütter und 1,3 Prozent der Väter.2

Anzeichen, die bleiben können

Nach einer belastenden Geburt können ungewollte Erinnerungen immer wiederkommen. Auch Albträume sind möglich. Ein weiteres Anzeichen ist eine Enttäuschung über das Personal, die anhält. Auch Gefühle von Schuld oder Versagen können Anzeichen sein.1

Nach einer belastenden Geburt können wiederkehrende, ungewollte Erinnerungen und Albträume auftreten. Weitere Anzeichen sind eine anhaltende Enttäuschung über das Personal sowie Schuld- oder Versagensgefühle.1

Anzeichen nach einer belastenden Geburt können auch erst Monate später auftreten.1

Manche Väter erleben die Geburt als schwer und beängstigend. Gab es dann keine Gelegenheit, das Erlebte zu verarbeiten? Dann ist bei Vätern das Risiko für ein Stimmungstief höher.3

Eine Geburt, die als schwer und beängstigend erlebt wurde, erhöht bei Vätern das Risiko für ein Stimmungstief. Das gilt, wenn es keine Gelegenheit gab, das Erlebte zu verarbeiten.3

Darüber sprechen und nachfragen

Viele Kliniken bieten später ein Gespräch über die Geburt an. So ein Gespräch geht auch mit der Nachsorgehebamme. Es geht auch mit den Menschen, die bei der Geburt geholfen haben.4,1

Viele Kliniken bieten ein Nachgespräch zur Geburt an. Auch mit der Nachsorgehebamme oder mit den Geburtshelfenden ist ein Nachgespräch möglich.4,1

Auch Wochen später könnt ihr noch mit dem Team über die Geburt sprechen. Das gilt auch für dich.3

Ein Gespräch mit dem Team über die Geburt ist auch Wochen später noch möglich, auch für dich.3

Sie hat das Recht, später zu erfahren, was bei der Geburt passiert ist. Sie darf ihre Patientenakte und den Geburtsbericht anschauen.1

Sie hat ein Recht darauf, nachträglich informiert zu werden. Dazu gehört, ihre Patientenakte und den Geburtsbericht einzusehen.1

Nach einer belastenden Geburt kann sie sich beschweren. Sie kann auch prüfen lassen, ob es einen Behandlungsfehler gab.1

Nach einer belastenden Geburt kann sie sich beschweren oder einen möglichen Behandlungsfehler prüfen lassen.1

Wer früh psychologische Hilfe sucht, senkt das Risiko für eine posttraumatische Belastungsstörung.1

Früh psychologische Hilfe zu suchen, senkt das Risiko einer posttraumatischen Belastungsstörung.1

Über die 116 117 könnt ihr auch einen Termin in einer psychotherapeutischen Sprechstunde bekommen. Die Nummer erreicht ihr Tag und Nacht. Aus deutschen Netzen ist der Anruf kostenlos.5,6

Unter 116 117 erreicht ihr nicht nur den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Nummer vermittelt auch Termine in psychotherapeutischen Sprechstunden. Die 116 117 ist rund um die Uhr erreichbar und aus deutschen Netzen kostenlos.5,6

Hilfetelefon „Schwierige Geburt“

Das Hilfetelefon „Schwierige Geburt“ ist für Frauen nach einer belastenden Geburt. Die Nummer ist 0228 9295 9970. Erreichbar ist es mittwochs von 12 bis 14 Uhr. Donnerstags ist es von 19 bis 21 Uhr erreichbar. Die Gespräche sind vertraulich. Ein Anruf kostet die normalen Telefongebühren.7,1

Das Hilfetelefon „Schwierige Geburt“ richtet sich an Frauen nach einer belastenden Geburt. Es ist unter 0228 9295 9970 erreichbar, mittwochs von 12 bis 14 Uhr und donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Die Gespräche sind vertraulich, Anrufe kosten die normalen Telefongebühren.7,1

Ob auch Partner beim Hilfetelefon „Schwierige Geburt“ anrufen können, ist nicht geklärt.7

Das Hilfetelefon „Schwierige Geburt“ betreibt Mother Hood e.V. zusammen mit ISPPM e.V.7

Was du tun kannst

  • Frag in der Klinik oder bei der Nachsorgehebamme nach einem Gespräch über die Geburt. Hat dich die Geburt belastet? Dann frag auch für dich.4,1,3
  • Frag in der Klinik oder bei der Nachsorgehebamme nach einem Nachgespräch zur Geburt. Hat dich die Geburt belastet, frag auch für dich.4,1,3
  • Nimm dir Zeit, um euer Baby kennenzulernen und die Geburt zu verarbeiten.8
  • Kommen ungewollte Erinnerungen an die Geburt immer wieder? Dann such dir früh psychologische Hilfe.1
  • Kommen ungewollte Erinnerungen an die Geburt immer wieder, such früh psychologische Hilfe.1

Passt dazu

Quellen

  1. 1familienplanung.de (BIÖG): Das Geburtserlebnis verarbeiten
  2. 2Elsevier; gelesen über Europe PMC: Heyne CS et al.: Prevalence and risk factors of birth-related posttraumatic stress among parents: A comparative systematic review and meta-analysis. Clin Psychol Rev 2022;94:102157 (Abstract)
  3. 3familienplanung.de (BIÖG): Väter und Co-Mütter: Stress und Stimmungstiefs nach der Geburt
  4. 4familienplanung.de (BIÖG): Das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt
  5. 5Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  6. 6Schatten & Licht e.V.: Schatten & Licht e.V.
  7. 7Mother Hood e.V. mit ISPPM e.V.: Hilfetelefon Schwierige Geburt
  8. 8familienplanung.de (BIÖG): Interview: „Das Wochenbett dauert 40 Tage“ (C. M. Mergeay)
  9. 9TelefonSeelsorge Deutschland (ev./kath. Träger): TelefonSeelsorge

Stand 27. Oktober 2026