Die Geburt
Deine Rolle bei der Geburt
Was du unter der Geburt für sie tun kannst, was freiwillig ist und was du vorher klären solltest.
28. SSW bis Geburt
Vorher besprechen
Sie soll selbst wählen dürfen, wer sie bei der Geburt begleitet und unterstützt. So steht es in der Leitlinie.1
Nach der Leitlinie soll sie bei der Geburt eine Begleitperson ihrer Wahl haben dürfen, die sie unterstützt.1
Besprecht vorher, wie du sie bei der Geburt begleitest. Vielleicht passt noch eine zweite Vertrauensperson dazu.2
Besprecht vorher, wie deine Begleitung aussehen soll. Vielleicht passt zusätzlich eine zweite Vertrauensperson.2
Klärt grundsätzliche Fragen vor der Geburt. Diskutiert solche Fragen nicht erst im Geburtsraum.3
Grundsätzliche Diskussionen gehören vor die Geburt, nicht in den Geburtsraum.3
Etwa 4 von 10 Geburten enden mit Kaiserschnitt, Saugglocke oder Zange. Sprecht vorher darüber, wie ihr dazu steht.3, 4
Rund 40 % der Geburten enden mit Kaiserschnitt, Saugglocke oder Zange. Sprecht vorher darüber, wie ihr dazu steht.3, 4
Die Daten des IQTIG für 2024 bestätigen die Größenordnung: 34,1 % der Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt, 7,2 % mit Saugglocke oder Zange. Das IQTIG zählt dabei Kinder. Destatis zählt entbundene Frauen in Kliniken und kommt für 2024 auf 33,0 % Kaiserschnitte.4, 5
Was unter der Geburt helfen kann
Die Eröffnungsphase dauert lange. In dieser Zeit hilft es, einfach da zu sein. Je nachdem, was gerade passt: Tröste sie, mach ihr Mut oder massiere sie. Oder nimm dich zurück.2
In der langen Eröffnungsphase hilft es, einfach da zu sein. Je nach Lage tröstest du, ermutigst, massierst oder nimmst dich zurück.2
Weißt du nicht, was ihr guttut? Dann frag sie oder die Hebamme.2
Bist du unsicher, was ihr guttut, frag sie oder die Hebamme.2
Sie darf während der Geburt trinken. Dabei sind isotonische Getränke besser als Wasser.1
Sie darf unter der Geburt trinken. Isotonische Getränke sind dabei besser als Wasser.1
Gibt es Spannungen? Dann vermittle ruhig. Mach nicht noch mehr Stress.2
Gibt es Spannungen, vermittle ruhig und mach keinen zusätzlichen Stress.2
In der letzten Phase ist dein bester Platz hinter ihr.2
Dabeisein ist freiwillig
Ob du bei der Geburt dabei bist, soll deine freie Entscheidung sein. Wer gegen seinen Willen dabei ist, hat mehr Stress. Danach ist auch das Risiko höher, niedergeschlagen zu sein.3
Ob du bei der Geburt dabei bist, soll freiwillig sein. Wer gegen seinen Willen dabei ist, hat mehr Stress und danach ein höheres Risiko für depressive Verstimmungen.3
Es gibt auch Wege dazwischen. Du kannst sie nur in die Klinik bringen. Oder du begleitest sie bis zur Eröffnungsphase.3, 2
Es gibt Zwischenwege: Du kannst sie nur in die Klinik bringen oder bis zur Eröffnungsphase begleiten.3, 2
Wird es dir zu viel? Dann kannst du nach Absprache kurz rausgehen.2
Wird es dir zu viel, kannst du nach Absprache kurz rausgehen.2
Väter können sich bei der Geburt machtlos oder hilflos fühlen. Manche waren auf die körperlichen Seiten einer Geburt nicht vorbereitet.6
Begleitende Väter können sich ohnmächtig oder hilflos fühlen. Manche waren auf die körperlichen Seiten der Geburt nicht vorbereitet.6
Bei Eingriffen und Komplikationen
Wird eine Saugglocke, eine Zange oder ein Kaiserschnitt nötig? Dann frag nach, was passiert. Frag, sobald Zeit dafür ist.2
Kommt es zu Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt, frag nach, was passiert. Tu das, sobald Zeit dafür ist.2
Die Zange wird kaum noch benutzt, weil die Mutter dabei häufiger verletzt wird. Von den Kindern, die 2024 mit Saugglocke oder Zange geboren wurden, waren es bei 97,7 % die Saugglocke und bei 2,3 % die Zange.7, 4
Nach einer Saugglocke hat euer Baby oft Spuren der Saugglocke oder eine Schwellung am Kopf. Das geht schnell wieder weg.8
Nach einer Saugglocke sind Saugspuren oder eine Schwellung am Kopf eures Babys häufig. Sie verschwinden schnell.8
Bist du nicht mit ihr verheiratet? Dann hast du bei Komplikationen nicht automatisch ein Recht auf medizinische Auskunft.2
Bist du nicht mit ihr verheiratet, hast du bei Komplikationen nicht automatisch ein Recht auf medizinische Auskunft.2
Was du tun kannst
- Geht vorher wichtige Fragen durch: Was gibt ihr Sicherheit? Wer soll dabei sein? Was hilft ihr beim Entspannen?9
- Klärt vorab mit der Hebamme, was du sehen möchtest und was nicht.2
- Hat dich die Geburt belastet? Dann sprich darüber, auch mit dem Geburtsteam. Das geht auch noch Wochen später. Wer als Vater eine belastende Geburt nicht verarbeitet, hat ein höheres Risiko für Stimmungstiefs.10
- Hat dich die Geburt belastet, sprich darüber, auch mit dem Geburtsteam. Das geht auch noch Wochen später. Eine belastende Geburt ohne Verarbeitung erhöht bei Vätern das Risiko für Stimmungstiefs.10
Passt dazu
- Haut an Haut: Bonding für VäterWann du euer Baby Haut an Haut nimmst, was Studien bei Babys und Vätern fanden und worauf du für die Sicherheit achtest.
- Die Geburt verarbeiten, auch für dichWar die Geburt belastend, für sie oder für dich: welche Anzeichen es gibt, wer mit euch darüber spricht und wo ihr Hilfe findet.
Quellen
- 1Thieme / DGGG: Abou-Dakn M et al.: Vaginal Birth at Term – Part 1. Guideline of the DGGG, OEGGG and SGGG (S3, AWMF 015/083). Geburtsh Frauenheilkd 2022;82(11):1143–1193
- 2familienplanung.de (BIÖG): Väter und Co-Mütter: Bei der Geburt dabei sein
- 3familienplanung.de (BIÖG): Vater und Co-Mutter: Geburtsvorbereitung
- 4IQTIG: Bundesauswertung Perinatalmedizin: Geburtshilfe (PM-GEBH), Auswertungsjahr 2025, Erfassungsjahr 2024
- 5Statistisches Bundesamt (Destatis): Krankenhausentbindungen in Deutschland (Kaiserschnittrate)
- 6familienplanung.de (BIÖG): Das Geburtserlebnis verarbeiten
- 7familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt?
- 8gesund.bund.de (BMG), geprüft vom Deutschen Hebammenverband: Geburt (Wie verläuft eine Geburt?)
- 9familienplanung.de (BIÖG): Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten?
- 10familienplanung.de (BIÖG): Väter und Co-Mütter: Stress und Stimmungstiefs nach der Geburt
Stand 27. Oktober 2026