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Notfall

Schlaf und Schreien

Wenn euer Baby viel schreit

Wie viel Schreien normal ist, was beruhigen kann und was du tust, wenn es dir zu viel wird.

Passt für: Geburt bis 6 Monate

Wie viel Schreien normal ist

Babys schreien am meisten zwischen der 2. und 6. Lebenswoche. In dieser Zeit sind es im Schnitt über 2 Stunden am Tag. Nach der 12. Woche ist es im Schnitt weniger als 1 Stunde am Tag.1, 2

Am meisten schreien Babys zwischen der 2. und 6. Lebenswoche, im Schnitt über zwei Stunden am Tag. Nach der 12. Woche ist es im Schnitt weniger als eine Stunde.1, 2

Ab dem vierten Monat schreien Babys meist weniger.3

Bei bis zu 1 von 10 Schreianfällen lässt sich ein Baby nicht trösten.1, 2

Bei bis zu 10 Prozent der Schreianfälle lässt sich ein Baby nicht trösten.1, 2

Exzessives Schreien heißt: Ein Baby schreit mehr als 3 Stunden am Tag. Das kommt an mindestens 3 Tagen in der Woche vor. Und das über mindestens 3 Wochen. Je nach Definition betrifft das 5 bis 19 von 100 Babys.1

Als exzessiv gilt: mehr als drei Stunden am Tag, an mindestens drei Tagen pro Woche, mindestens drei Wochen lang. Das betrifft je nach Definition 5 bis 19 Prozent der Babys.1

Die Definition für exzessives Schreien heißt auch Dreierregel nach Wessel, aus dem Jahr 1954.1

Nur bei etwa 5 von 100 Babys, die viel schreien, gibt es einen körperlichen Grund. Ein Beispiel ist ein Problem mit der Verdauung.4

Nur bei etwa 5 Prozent der viel schreienden Babys steckt eine körperliche Ursache wie ein Verdauungsproblem dahinter.4

„Dreimonatskoliken“ gelten nicht mehr als wahrscheinliche Erklärung für viel Schreien.4

Was helfen kann

Das kann euer Baby beruhigen: Haltet es nah am Körper. Streichelt seine Hand. Massiert sanft seinen Bauch oder Rücken. Singt für es.5, 4

Beruhigen können Körperkontakt, das Streicheln der Hand, eine sanfte Massage von Bauch oder Rücken und Singen.5, 4

Auch das kann helfen: Tragt es im Tuch oder in der Tragehilfe. Schaukelt es sanft. Geht mit ihm spazieren.5, 3, 4

Auch Tragen im Tuch oder in der Tragehilfe, sanftes Schaukeln und Spazierengehen können helfen.5, 3, 4

Probiert eine Sache in Ruhe aus. Gebt der Sache Zeit. Hektisches Wechseln kann euer Baby überreizen.5, 4

Probiert eine Methode in Ruhe aus und gebt ihr Zeit. Hektisches Wechseln kann euer Baby überreizen.5, 4

Ein geregelter Tagesrhythmus kann helfen.5

Gebt eurem Baby nie Beruhigungsmittel.6, 4

Niemals schütteln

Schon kurzes Schütteln kann euer Baby schwer verletzen. Euer Baby kann daran sterben. Kopf und Hals eines Babys werden besonders leicht verletzt.4

Schon kurzes Schütteln kann schwere Schäden verursachen und tödlich sein. Kopf und Hals eines Babys sind besonders verletzlich.4

Kopfverletzungen durch Misshandlung sind die häufigste nicht natürliche Todesursache bei Säuglingen und Kleinkindern.1

Geschätzt kommen jedes Jahr 100 bis 200 Babys und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken. 1 bis 3 von 10 dieser Kinder sterben.1, 7

Geschätzt 100 bis 200 Babys und Kleinkinder kommen pro Jahr mit einem Schütteltrauma in deutsche Kliniken. 10 bis 30 Prozent von ihnen sterben.1, 7

Beim Schütteltrauma gilt die Dunkelziffer als hoch. Die Fallzahlen für deutsche Kliniken stammen aus Materialien des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) von 2017 und 2018.1, 7

Nur etwa 1 bis 2 von 10 dieser Kinder überleben ohne bleibende Schäden.1, 7

Nur etwa 10 bis 20 Prozent überleben ohne bleibende Schäden.1, 7

Zu bleibenden Schäden nach einem Schütteltrauma gibt es unterschiedliche Angaben. Die Seite fruehehilfen.de nennt rund zwei Drittel der Überlebenden, die Seite elternsein.info 50 bis 70 Prozent der Klinikfälle.1, 7

Am häufigsten passiert ein Schütteltrauma im 2. bis 5. Lebensmonat. Der häufigste Auslöser ist Schreien, das nicht aufhört.1

Am häufigsten passiert es im 2. bis 5. Lebensmonat. Anhaltendes Schreien ist der Hauptauslöser.1

Häufiger schüttelt ein Mann als eine Frau. Eine deutsche Studie lief von 2006 bis 2009. In 54 bis 60 von 100 Fällen hatte dort der Vater geschüttelt.1, 2

Wer schüttelt, ist häufiger ein Mann als eine Frau. Eine deutsche Studie von 2006 bis 2009 fand in 54 bis 60 Prozent der Fälle Väter als Verursacher.1, 2

In der deutschen ESPED-Studie zu Schütteltrauma (Daten 2006 bis 2009) waren die Verursacher in 54 bis 60 Prozent der Fälle Väter, in 9 Prozent Lebensgefährten der Mutter und in 23 bis 30 Prozent Mütter. Die Angaben stammen aus einem Infoblatt des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen von Dezember 2017.2

In einer Befragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) von 2017 mit 1.009 Menschen zwischen 16 und 49 Jahren kannten 42 Prozent den Begriff Schütteltrauma nicht. 24 Prozent hielten Schütteln für möglicherweise unschädlich. Zwei Drittel wussten nichts von der besonderen Schreiphase im ersten Lebensjahr.1

Hier bekommt ihr Hilfe

Eine erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis.4

Schreiambulanzen findet ihr über eine Suche für ganz Deutschland auf elternsein.info. Gibt es bei euch vor Ort keine Schreiambulanz? Dann hilft euch die Kinder- oder Hausarztpraxis weiter.7, 5, 6

Schreiambulanzen findet ihr über eine bundesweite Suche auf elternsein.info. Gibt es vor Ort keine, hilft die Kinder- oder Hausarztpraxis weiter.7, 5, 6

Frühe Hilfen gibt es in den Städten und Gemeinden. Im 1. Lebensjahr gehören auch Familienhebammen dazu. Fragt beim Jugendamt oder Gesundheitsamt nach.3, 8, 4

Frühe Hilfen gibt es in den Kommunen, im ersten Lebensjahr auch mit Familienhebammen. Auskunft gibt das Jugend- oder Gesundheitsamt.3, 8, 4

Frühe Hilfen gibt es in den Kommunen, im ersten Lebensjahr auch mit Familienhebammen. Auskunft gibt das Jugend- oder Gesundheitsamt.3, 8, 4

Das Elterntelefon hat die Nummer 0800 111 0 550. Der Anruf ist kostenlos und anonym. Montags, mittwochs und freitags erreicht ihr es von 9 bis 17 Uhr. Dienstags und donnerstags erreicht ihr es von 9 bis 19 Uhr.9, 10

Das Elterntelefon erreicht ihr kostenlos und anonym unter 0800 111 0 550. Es ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr besetzt, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr.9, 10

Die bke-Onlineberatung berät per Mail, im Einzelchat oder im Gruppenchat. Eine Telefonnummer gibt es dort nicht.10

Weitere Stellen sind Familien- und Erziehungsberatung, Schwangerschaftsberatung und Baby-Sprechstunden.5

Checkliste

Notfallplan, wenn es dir zu viel wird

  • Leg euer Baby an einen sicheren Ort, ins Gitterbett oder auf den Boden.7, 6
  • Verlass den Raum.7, 6
  • Atme durch und beruhige dich einige Minuten.7, 6
  • Schau alle paar Minuten nach eurem Baby.7, 6
  • Hol dir Hilfe: Freunde, Familie oder eine Beratung.7, 6

Was du tun kannst

  • Sprecht vorher ab: Wer kümmert sich wann, wenn euer Baby lange schreit? Wechselt euch ab. Oder gebt euer Baby für eine Zeit zu einer Person, der ihr vertraut.6, 3
  • Sprecht vorher ab, wer bei Dauerschreien wann übernimmt. Wechselt euch ab oder gebt euer Baby zeitweise einer Vertrauensperson.6, 3
  • Speichere die Nummer vom Elterntelefon in deinem Handy. Speichere auch die Nummer einer Person, der du vertraust. Mach das, bevor du die Nummern brauchst.9
  • Speichere das Elterntelefon und die Nummer einer Vertrauensperson im Handy, bevor du sie brauchst.9
  • Versuch, selbst ruhig zu bleiben. Schaffst du das nicht mehr? Dann folge dem Notfallplan.4
  • Versuch, selbst ruhig zu bleiben. Geht das nicht mehr, folgst du dem Notfallplan.4

Passt dazu

Quellen

  1. 1Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im BIÖG: Babyschreien und Schütteltrauma: Zahlen und Fakten
  2. 2Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH): Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma
  3. 3familienplanung.de (BIÖG): Weinen und Schreien
  4. 4BIÖG: Ein lautstarkes Signal: Schreien
  5. 5elternsein.info (NZFH/BIÖG): Baby schreit viel (Bereich Schreien)
  6. 6kindergesundheit-info.de (BIÖG): FAQ: „Unser Baby schreit unglaublich viel …“
  7. 7elternsein.info (NZFH/BIÖG): Gefahr Schütteltrauma
  8. 8familienplanung.de (BIÖG): Wochenbett-Depression
  9. 9Nummer gegen Kummer e.V.: Elterntelefon
  10. 10elternsein.info (NZFH/BIÖG): Beratung für Eltern: anonym und kostenlos
  11. 11Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Stand 27. Oktober 2026