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Notfall

Schlaf und Schreien

Sicherer Schlaf für euer Baby

Wie ihr den Schlafplatz eures Babys sicher einrichtet, was im Elternbett gilt und wann ihr sofort ärztlichen Rat braucht.

Passt für: Geburt bis 1 Jahr

Rückenlage und eigenes Bett

Babys sterben in Deutschland heute viel seltener am plötzlichen Kindstod. Fast 9 von 10 dieser Todesfälle wären mit einfachen Regeln vermeidbar.1,2

Die Fälle von plötzlichem Kindstod sind in Deutschland um fast 80 Prozent zurückgegangen. Fast 90 Prozent der Todesfälle wären durch einfache Maßnahmen vermeidbar.1,2

Die Empfehlungen von kindergesundheit-info.de stützen sich unter anderem auf die Leitlinie „Prävention des Plötzlichen Säuglingstods“. Die Leitlinie ist von 2022 und gilt bis November 2027.1

Legt euer Baby zum Schlafen immer auf den Rücken. Nicht auf den Bauch und nicht auf die Seite. Das gilt im ganzen ersten Jahr. Ist es auf dem Bauch eingeschlafen, dreht es auf den Rücken.1

Euer Baby schläft im ersten Lebensjahr auf dem Rücken, nicht auf dem Bauch oder der Seite. Schläft es auf dem Bauch ein, dreht ihr es danach um.1

Euer Baby schläft in einem eigenen Bett. Im ersten Jahr steht es in eurem Schlafzimmer. Es gibt auch Babybetten, die ihr am Elternbett befestigen könnt.1,3

Empfohlen ist ein eigenes Bett in eurem Schlafzimmer, das ganze erste Lebensjahr. Es gibt Babybetten, die ihr ans Elternbett andocken könnt.1,3

Lasst euer Baby nicht im Kinderwagen schlafen. Das gilt auch für die Babytragetasche.3

Vom Schlafen im Kinderwagen oder in der Babytragetasche wird abgeraten.3

Der plötzliche Kindstod kann auch in den ersten Stunden nach der Geburt passieren. Die Gefahr ist besonders groß beim Kuscheln Bauch an Bauch, wenn sie erschöpft ist. Ist sie müde, leg euer Baby auf den Rücken in sein eigenes Bett.1

Auch in den ersten Stunden nach der Geburt kann der plötzliche Kindstod auftreten, besonders beim Kuscheln Bauch an Bauch, wenn sie erschöpft ist. Ist sie müde, leg euer Baby in Rückenlage in sein eigenes Bett.1

Amerikanische Empfehlungen raten außerdem von beschwerten Schlafsäcken ab. Schräge Liegeflächen mit mehr als 10 Grad Neigung gelten dort als unsicher.4

Rauchfrei, Stillen, Schnuller

Euer Baby braucht eine Umgebung ohne Rauch. Das gilt schon in der Schwangerschaft und im ganzen ersten Jahr. Besonders wichtig ist das im Schlafzimmer. Das gilt auch für dich, wenn du rauchst.1

Empfohlen ist eine rauchfreie Umgebung in der Schwangerschaft und im ganzen ersten Jahr, vor allem im Schlafraum. Das gilt auch für dich, wenn du rauchst.1

Stillen schützt euer Baby.1

Bietet eurem Baby zum Einschlafen einen Schnuller an. Will es ihn nicht, ist das in Ordnung. Fällt der Schnuller im Schlaf heraus, ist das auch in Ordnung.1

Bietet eurem Baby zum Einschlafen einen Schnuller an, aber drängt ihn nicht auf. Verliert euer Baby ihn im Schlaf, ist das kein Problem.1

Stillt sie euer Baby? Dann passt der Schnuller, sobald das Stillen gut klappt. Meist ist das ab der 2. oder 3. Woche so.1

Stillt sie, verträgt sich der Schnuller mit dem Stillen, sobald es sich eingespielt hat. Meist ist das ab der zweiten bis dritten Woche.1

Nicht zu warm

Eurem Baby darf im Schlaf nicht zu warm werden. Im Bett trägt es keine Mütze. Windel und Schlafanzug reichen.1,3

Euer Baby soll nicht überhitzen. Im Bett trägt es keine Mütze, Windel und Schlafanzug genügen.1,3

Fühlt mit der Hand zwischen den Schulterblättern eures Babys. So merkt ihr, ob ihm zu warm ist.1,3

Ob ihm zu warm ist, fühlt ihr zwischen den Schulterblättern.1,3

Das Bett steht nicht in der Sonne und nicht an der Heizung.1,3

Im Schlafzimmer sind 16 bis 18 Grad richtig.1,3,2,5

Für das Schlafzimmer gelten 18 °C als Richtwert. Andere Angaben nennen 16 bis 18 °C.1,3,2,5

Britische Empfehlungen nennen 16 bis 20 °C.6

Schlafen im Elternbett

Im Elternbett ist das Stillen leichter. Studien deuten aber darauf hin, dass das Risiko dort höher ist. Das gilt vor allem, wenn jemand von euch raucht, Alkohol getrunken oder Drogen genommen hat.1,3

Ein gemeinsames Bett erleichtert das Stillen. Studien deuten aber auf ein höheres Risiko hin, vor allem wenn ein Elternteil raucht, getrunken oder Drogen genommen hat.1,3

Deutsche Fachstellen raten vom gemeinsamen Bett ab. Schlaft ihr trotzdem zusammen, dann nie nach Alkohol oder Drogen. Auch nicht nach Medikamenten, die müde machen, oder wenn ihr sehr müde seid.1,3

Deutsche Empfehlungen raten davon ab. Wer es trotzdem tut: nie nach Alkohol, Drogen, müde machenden Medikamenten oder bei extremer Müdigkeit.1,3

Wer raucht, schläft nicht mit im Bett. Das Bett ist breit und kein Wasserbett. Euer Baby liegt nicht neben Geschwistern, fremden Menschen oder Haustieren. Lasst es nie allein im großen Bett.1,3

Außerdem gilt: Wer raucht, schläft nicht mit im Bett. Kein schmales Bett, kein Wasserbett. Euer Baby liegt nicht neben Geschwistern, fremden Personen oder Haustieren und nie allein im großen Bett.1,3

Trinkt euer Baby aus der Flasche? Dann ist ein eigenes Bett neben eurem Bett besser.1,3

Bekommt euer Baby die Flasche, ist ein eigenes Bett neben dem Elternbett die bessere Wahl.1,3

International gehen die Empfehlungen auseinander, vom klaren Nein bis zu Regeln, die das Risiko senken. Das Elternschlafzimmer wird dort für mindestens sechs Monate empfohlen.4,6

Amerikanische Empfehlungen sagen: kein gemeinsames Bett, unter keinen Umständen.4

Nach amerikanischen Empfehlungen steigt das Risiko auf bis zu das 67-Fache, wenn ihr mit eurem Baby auf Sofa oder Sessel einschlaft.4

Britische Empfehlungen schließen das gemeinsame Bett in bestimmten Fällen aus: bei einer Frühgeburt oder wenn euer Baby unter 2,5 kg wiegt, bei Rauchen, ab 2 britischen Alkoholeinheiten, nach Drogen oder müde machenden Medikamenten. Für alle anderen gibt es dort Regeln, die das Risiko senken.6

Warnzeichen

Wird euer Baby im Schlaf blau oder blass? Oder schwitzt es im Schlaf stark? Dann lasst es sofort ärztlich untersuchen.1

Lasst euer Baby sofort ärztlich untersuchen, wenn es im Schlaf blau anläuft, blass wird oder stark schwitzt.1

Das gilt auch, wenn es länger als 15 Sekunden nicht atmet. Und wenn ihr es kaum wach bekommt.1

Das gilt auch bei Atempausen über 15 Sekunden oder wenn es schwer zu wecken ist.1

Auch das sind Warnzeichen: Euer Baby schreit schrill und lässt sich nicht beruhigen. Oder euer Baby ist jünger als 3 Monate und hat Fieber. Dann lasst es sofort ärztlich untersuchen.1

Weitere Warnzeichen sind schrilles Schreien, das sich nicht beruhigen lässt, und Fieber bei Babys unter drei Monaten.1

Erbricht euer Baby oft oder trinkt es schlecht? Auch dann lasst es sofort ärztlich untersuchen.1

Auch häufiges Erbrechen oder Probleme beim Trinken gehören sofort ärztlich abgeklärt.1

Ist das Leben eures Babys in Gefahr, ruft sofort die 112 an. Ist die Praxis zu, ruft die 116 117 an. Dort hilft euch der ärztliche Bereitschaftsdienst. Im Notfall hilft euch auch die nächste Kinderklinik.7,8

Bei Lebensgefahr ruft ihr sofort die 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreicht ihr den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Im Notfall könnt ihr euch auch an die nächste Kinderklinik wenden.7,8

Checkliste

Der Schlafplatz

  • Die Matratze ist fest und lässt Luft durch. Sie ist höchstens 10 cm dick.Feste, luftdurchlässige Matratze, höchstens 10 cm dick.1,3
  • Nicht ins Bett gehören: Kissen, Nestchen, Felle, Kuscheltiere und Wärmflaschen.Kein Kissen, kein Nestchen, keine Felle, keine Kuscheltiere, keine Wärmflasche.1,3
  • Euer Baby schläft im Schlafsack, nicht unter einer Decke. Das Loch für den Hals ist nicht größer als der Kopf.Schlafsack statt Decke. Der Halsausschnitt ist nicht größer als der Kopf.1,3
  • So lang ist der Schlafsack: Größe eures Babys ohne Kopf, dazu 10 bis 15 cm.Passende Länge des Schlafsacks: Körpergröße minus Kopf plus 10 bis 15 cm.1,3
  • Puckt euer Baby nicht zum Schlafen. Ab dem 6. Monat gilt das ganz besonders.Nicht zum Schlafen pucken, vor allem nicht ab dem 6. Monat.1
  • Eine Matratze mit Überwachung braucht ihr nicht. Sie macht den Schlaf nicht sicherer.Keine Überwachungsmatratze: Solche Geräte senken das Risiko nicht und werden nicht empfohlen.1

Was du tun kannst

  • Legt euer Baby regelmäßig auf den Bauch. Aber nur, wenn es wach ist. Bleibt dabei immer bei ihm.1,3
  • Übt die Bauchlage regelmäßig, aber nur, wenn euer Baby wach ist und ihr dabei seid.1,3
  • Erklärt die Regeln auch allen, die euer Baby schlafen legen, etwa Großeltern oder Babysitter.

Passt dazu

Quellen

  1. 1kindergesundheit-info.de (BIÖG), gestützt auf AWMF 063-002 (DGSM, Stand 06.11.2022), DGKJ und BVKJ: Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen
  2. 2kinderaerzte-im-netz.de (BVKJ): Plötzlicher Kindstod: Vorsorge
  3. 3kindergesundheit-info.de (BIÖG): Die Schlafumgebung für das Baby
  4. 4AAP / healthychildren.org: A Parent's Guide to Safe Sleep
  5. 5BIÖG: Wann Babys einschlafen und durchschlafen – Tipps für eine ruhige Nacht
  6. 6NHS (UK): Reduce the risk of sudden infant death syndrome (SIDS)
  7. 7Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  8. 8DGKJ u. a. (BVKJ, DEGAM, DGPI …), PDF über kinderaerzte-im-netz.de: Elternleitlinie zum Umgang mit Fieber bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), V1.0, 05/2025

Stand 27. Oktober 2026