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Notfall

Erstes Lebensjahr

1 bis 2 Monate

Erstes Lächeln, erste Laute und die Wochen mit dem meisten Schreien

So lest ihr diese Seiten

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Die Angaben hier beschreiben Spannen über viele Kinder. Sie sind kein Test für euer Kind.1, 2, 3

Sätze wie „Bis vier Monate … die meisten …“ oder „Bis zwei Jahre … die meisten …“ zeigen, was mindestens drei von vier Kindern bis zu diesem Alter können. Bis zu einem Viertel braucht dafür länger.4

Seid ihr unsicher, sprecht die Kinderarztpraxis an, spätestens bei der nächsten U-Untersuchung. Kam euer Kind zu früh, lest die Spannen in den ersten zwei Jahren nach dem korrigierten Alter.5, 6, 7

Entwicklung

Bis zwei Monate lächeln die meisten Babys, wenn du mit ihnen sprichst oder sie anlächelst. Sie schauen dir ins Gesicht und freuen sich sichtbar, wenn du auf sie zukommst.8

Bis dahin machen die meisten Laute, die kein Weinen sind, und folgen dir mit dem Blick, wenn du dich bewegst.8

In Bauchlage heben die meisten bis zwei Monate den Kopf. Sie bewegen beide Arme und beide Beine.8

Ab etwa zwei Monaten gurren Babys.9

Von der 2. bis zur 6. Lebenswoche schreien Babys am meisten, im Schnitt über zwei Stunden am Tag. Danach werden die Schreiphasen meist kürzer.10, 11

Bei bis zu 10 Prozent der Schreianfälle lässt sich ein Baby nicht trösten.10

Spielideen

  • Rassel-Suche

    Schüttel eine Rassel leise seitlich neben dem Kopf eures Babys und schau, ob es den Kopf zum Geräusch dreht.8

    Sicherheit

    Halt Spielzeug nie direkt ans Ohr und meide laute Quietsch-, Knall- oder Knackgeräusche. Sie können das Gehör dauerhaft schädigen.12, 13

  • Spiegel-Moment

    Stell einen bruchsicheren Babyspiegel so auf, dass euer Baby hineinschauen kann.8

  • Bauchlage auf der Decke

    Leg euer Baby wach auf eine Decke. Bring dein Gesicht oder ein Spielzeug auf seine Augenhöhe und steigere die Zeit langsam.8, 14

    Sicherheit

    In Bauchlage lässt du euer Baby nie allein.8, 14

  • Freies Strampeln

    Leg euer Baby wach auf eine Decke am Boden, abwechselnd auf Bauch und Rücken, bei angenehmer Raumtemperatur gern nur mit Windel. So entdeckt es Hände und Füße.15

Vorsorge

Die U3 ist in der 4. bis 5. Lebenswoche vorgesehen. In Anspruch nehmen könnt ihr sie bis Ende der 8. Lebenswoche.16

Zur U3 gehört auch eine Beratung zum Umgang mit einem Baby, das viel schreit.16

Von der U3 bis zur U6 achtet die Ärztin auch darauf, wie euer Baby und seine Hauptbezugsperson miteinander umgehen.16

Die Rotavirus-Schluckimpfung ist ab sechs Wochen möglich. Die erste Dosis muss spätestens mit zwölf Wochen gegeben sein.17

Schlaf

Mit etwa vier bis sechs Wochen wird der Schlaf regelmäßiger. Babys beginnen dann, sich an Tag und Nacht anzupassen.18

Nächtliches Aufwachen ist in den ersten Monaten normal und wichtig.18

Essen und Trinken

Reagiert beim Füttern auf die Hunger- und Sättigungszeichen eures Babys.19

Bekommt euer Baby die Flasche: Pre- und 1er-Nahrung eignen sich beide für das ganze erste Jahr.20

Was du tun kannst

  • Antworte auf das, was euer Baby dir anbietet: einen Laut, einen Blick, ein Lächeln. Dieses Hin und Her stärkt Verbindungen im Gehirn für Verständigung und Miteinander, schon bevor euer Baby spricht.21, 22
  • Dafür brauchst du kein Spielzeug. Wickeln, Baden und Spazierengehen reichen.23, 8
  • Am häufigsten passiert ein Schütteltrauma im Alter von zwei bis fünf Monaten. Schüttel euer Baby nie, auch nicht kurz.10, 11
  • Bringt dich das Schreien an deine Grenze, hol dir Hilfe: Kinderarztpraxis, Schreiambulanz oder Frühe Hilfen. Schreiambulanzen findest du über die Suche auf elternsein.info.11, 24

Mehr dazu

Quellen

  1. 1BIÖG: Entwicklungsschritte (Übersicht 0–6 Jahre) und Entwicklung 0–12 Monate (Übersicht)
  2. 2CDC, NCBDDD: CDC's Developmental Milestones (Übersicht)
  3. 3Stadt Hamm, Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder: Die altersbezogenen Entwicklungsmerkmale – Leitfaden für pädagogische Fachkräfte (Kurzbeschreibung), 2013
  4. 4CDC/AAP: Zubler JM et al.: Evidence-Informed Milestones for Developmental Surveillance Tools. Pediatrics 2022;149(3):e2021052138 (Author Manuscript)
  5. 5BIÖG, kindergesundheit-info.de: Bewegungsentwicklung (0–12 Monate), Stand 20.04.2026
  6. 6BIÖG: Motorische Entwicklung, Stand 25.02.2026
  7. 7AAP, HealthyChildren.org: Corrected Age For Preemies (zuletzt aktualisiert 10.12.2018)
  8. 8CDC: Milestones by 2 Months
  9. 9BIÖG: Erste Schritte in der Sprachentwicklung des Babys
  10. 10Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH): Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma
  11. 11BIÖG: Ein lautstarkes Signal: Schreien
  12. 12BIÖG: Wichtiges zum Spielen von Babys
  13. 13BIÖG: Sicheres Spielzeug für Babys
  14. 14AAP/HealthyChildren.org: Back to Sleep, Tummy to Play
  15. 15BIÖG: Bewegungserfahrungen für Ihr Baby
  16. 16G-BA: Kinder-Richtlinie, Fassung 18.06.2015, zuletzt geändert 15.05.2025 (BAnz AT 26.11.2025 B5), in Kraft 01.01.2026, inkl. Anlage 1 (Gelbes Heft)
  17. 17RKI/STIKO: Empfehlungen der STIKO 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 (22.01.2026; PDF mit Randvermerken bis 10.09.2026)
  18. 18BIÖG: Babyschlaf
  19. 19WHO: Infant and young child feeding
  20. 20Netzwerk Gesund ins Leben (BLE): Was gehört ins Fläschchen?
  21. 21Harvard Center on the Developing Child: Serve and Return
  22. 22Harvard Center on the Developing Child: 5 Steps for Brain-Building Serve and Return
  23. 23NHS Best Start in Life: Baby's first sounds: 0 to 6 months
  24. 24elternsein.info (NZFH, © NZFH/BIÖG): Startseite mit Suche nach Frühen Hilfen und Schreiambulanzen
  25. 25DGKJ u. a. (BVKJ, DEGAM, DGPI …), PDF über kinderaerzte-im-netz.de: Elternleitlinie zum Umgang mit Fieber bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), V1.0, 05/2025
  26. 26BIÖG: Fieber bei Babys und Kindern, Stand 04.05.2026

Stand 25. Oktober 2026