Psyche
Wenn es ihr nicht gut geht: Babyblues, Depression, Psychose
Babyblues, Wochenbettdepression und Psychose: welche Anzeichen einer Depression es gibt, wie du ihr hilfst und wann du schnell Hilfe holst.
Geburt bis 1 Jahr
Babyblues: häufig und vorübergehend
Fast 1 von 2 Frauen bekommt nach der Geburt einen Babyblues. Er dauert meist ein paar Tage. Manchmal dauert er bis zu 2 Wochen.1
Fast jede zweite Frau bekommt nach der Geburt einen Babyblues. Er dauert meist einige Tage, manchmal bis zu zwei Wochen.1
Der Babyblues geht vorbei. Er hängt unter anderem mit dem Abfall der Hormone nach der Geburt zusammen. Auch Schlafmangel und Unsicherheit spielen eine Rolle.2
Der Babyblues geht vorüber. Er hängt unter anderem mit dem Hormonabfall nach der Geburt, mit Schlafmangel und mit Unsicherheit zusammen.2
Wochenbettdepression: wenn die Stimmung gedrückt bleibt
Ist ihre Stimmung länger als 2 Wochen gedrückt? Dann kann eine Depression dahinterstecken.1
Bleibt ihre Stimmung länger als zwei Wochen gedrückt, kann eine Depression dahinterstecken.1
Bis zu 15 von 100 Frauen bekommen eine Wochenbettdepression. Ein anderes Wort dafür ist postpartale Depression. Manche Angaben gelten für die ersten 3 Monate nach der Geburt. Andere gelten für das erste Jahr.2,1
Eine Wochenbettdepression, auch postpartale Depression genannt, betrifft bis zu 15 von 100 Frauen. Je nach Angabe gilt das für die ersten drei Monate oder für das erste Jahr nach der Geburt.2,1
Zur Häufigkeit der Wochenbettdepression nennt die Seite familienplanung.de 10 bis 15 von 100 Frauen im ersten Jahr nach der Geburt. Die Seite gesund.bund.de nennt bis zu 15 von 100 Frauen in den ersten drei Monaten.2,1
Anzeichen einer Wochenbettdepression können sein: Sie ist lange niedergeschlagen oder hat lange keinen Antrieb. Sie hat Probleme mit dem Schlafen oder mit dem Appetit. Sie ist ängstlich, zweifelt an sich oder fühlt sich schuldig. Auch Gedanken, sich selbst oder dem Baby zu schaden, kommen vor.2,1
Anzeichen einer Wochenbettdepression sind anhaltende Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit, Schlaf- und Appetitstörungen, Ängstlichkeit, Selbstzweifel und Schuldgefühle. Auch Gedanken, sich selbst oder dem Baby zu schaden, kommen vor.2,1
Ohne Behandlung dauert eine Wochenbettdepression meist 4 bis 6 Monate. Die Depression kann dann auch dauerhaft werden.1
Unbehandelt dauert eine Wochenbettdepression meist vier bis sechs Monate und kann chronisch werden.1
Hilfe bei einer Wochenbettdepression
Hilfe gibt es in der Hausarztpraxis, der Frauenarztpraxis oder einer Psychotherapiepraxis. Für ein erstes Gespräch in einer Psychotherapiepraxis braucht sie keine Überweisung.2,1
Anlaufstellen sind die Hausarzt-, Frauenarzt- oder Psychotherapiepraxis. Für ein psychotherapeutisches Erstgespräch braucht es keine Überweisung.2,1
Psychotherapie hilft gegen die Depression. Wenn nötig, helfen auch Medikamente. Medikamente sind auch möglich, wenn sie stillt. Vorher wägt eine Ärztin oder ein Arzt das ab.2,1
Wirksam sind Psychotherapie und bei Bedarf Medikamente. Medikamente sind nach ärztlicher Abwägung auch in der Stillzeit möglich.2,1
Bei einer Wochenbettdepression sind die kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Therapie wirksame Formen der Psychotherapie. Als Medikamente kommen Antidepressiva infrage.2,1
Auch Schwangerschaftsberatungsstellen helfen weiter. Das gilt auch für die Frühen Hilfen. Frühe Hilfen in eurer Nähe findet ihr auf elternsein.info. Dort könnt ihr nach Postleitzahl suchen.2,1,3
Auch Schwangerschaftsberatungsstellen und Frühe Hilfen helfen weiter. Frühe Hilfen in eurer Nähe findet ihr über die Postleitzahlsuche auf elternsein.info.2,1,3
Der Verein Schatten & Licht bietet Selbsthilfe bei seelischen Krisen rund um die Geburt. Auf der Website des Vereins stehen Listen mit Beraterinnen. Die Beraterinnen arbeiten ehrenamtlich.4,2,1
Selbsthilfe bei psychischen Krisen rund um die Geburt bietet der Verein Schatten & Licht. Ehrenamtliche Beraterinnen findet ihr über Listen auf der Website des Vereins.4,2,1
Postpartale Psychose: selten, aber ein Notfall
Etwa 1 von 1.000 Müttern bekommt eine postpartale Psychose. Die Psychose beginnt meist plötzlich. Das passiert meist in den ersten 2 Wochen nach der Geburt.5
Eine postpartale Psychose betrifft etwa 1 von 1.000 Müttern. Meist beginnt die Psychose plötzlich in den ersten zwei Wochen nach der Geburt.5
Eine postpartale Psychose ist ein Notfall. Betroffene merken das oft selbst nicht. Deshalb müssen andere handeln, also auch du.5
Eine postpartale Psychose ist ein medizinischer Notfall. Betroffene merken es oft selbst nicht. Deshalb muss das Umfeld handeln, also auch du.5
Die Ratschläge für Partner bei einer postpartalen Psychose stammen aus britischen Empfehlungen: ruhig bleiben und zuhören, Haushalt und nächtliches Füttern übernehmen, damit sie schlafen kann, Besuch begrenzen und sich selbst Unterstützung suchen.5
In einer Krise
In einer Krise hilft eine psychiatrische Ambulanz. Auch die TelefonSeelsorge hilft dann. Besteht akute Gefahr? Dann ruf die 112 an.2,1,6
In einer Krise helfen eine psychiatrische Ambulanz oder die TelefonSeelsorge. Besteht akute Gefahr, ruf die 112.2,1,6
Die TelefonSeelsorge erreicht ihr Tag und Nacht. Anrufe sind kostenlos und anonym. Die Nummern sind 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Ihr könnt auch chatten oder eine Mail schreiben.7,2
Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Es gibt auch Chat und Mail.7,2
Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ hat die Nummer 0800 40 40 020. Es berät Tag und Nacht, kostenlos und anonym. Es hilft auch nach der Geburt. Auch du kannst dort anrufen.8
Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ berät unter 0800 40 40 020 rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Es hilft auch nach der Geburt und berät auch Menschen aus ihrem Umfeld, also auch dich.8
Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ ist ein Angebot des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und berät in 19 Sprachen.8
Was du tun kannst
- Nimm ihr euer Baby zwischendurch ab. Dann kann sie schlafen. Auch jemand aus der Familie kann das tun.2
- Übernimm euer Baby zeitweise, damit sie schlafen kann. Auch jemand aus der Familie kann das tun.2
- Ist ihre Stimmung länger als 2 Wochen gedrückt? Dann biete ihr an, zusammen einen Termin zu suchen. Das geht in der Hausarztpraxis, der Frauenarztpraxis oder einer Psychotherapiepraxis.1,2
- Bleibt ihre Stimmung länger als zwei Wochen gedrückt, biete ihr an, gemeinsam einen Termin in der Hausarzt-, Frauenarzt- oder Psychotherapiepraxis zu suchen.1,2
- Hat sie eine postpartale Psychose? Dann bleib ruhig und hör ihr zu. Übernimm den Haushalt. Übernimm auch das Füttern in der Nacht, wo es geht. So kann sie schlafen. Lass nur wenig Besuch zu. Such dir auch selbst Unterstützung.5
- Hat sie eine postpartale Psychose, bleib ruhig und hör ihr zu. Übernimm den Haushalt und, wo es geht, das nächtliche Füttern, damit sie schlafen kann. Begrenze den Besuch und such dir selbst Unterstützung.5
Passt dazu
- Psyche nach der Geburt: bei ihr und bei dirWelche Anzeichen es für Babyblues, Depression und eine belastende Geburt gibt, bei ihr wie bei dir, und wo ihr Hilfe findet.
- Depression bei Vätern: Zeichen und HilfeWie häufig Väter vor und nach der Geburt depressiv werden, welche Anzeichen es gibt, was das Risiko erhöht und wo du Hilfe bekommst.
- Das Wochenbett: was passiert und was euch zustehtWie lange das Wochenbett dauert, welche Hilfe von Hebamme und Krankenkasse euch zusteht und welche Warnzeichen zählen.
Quellen
- 1gesund.bund.de (BMG, mit IQWiG): Wochenbettdepression
- 2familienplanung.de (BIÖG): Wochenbett-Depression
- 3elternsein.info (NZFH, © NZFH/BIÖG): Startseite mit Suche nach Frühen Hilfen und Schreiambulanzen
- 4Schatten & Licht e.V.: Schatten & Licht e.V.
- 5NHS (UK): Postpartum psychosis
- 6Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- 7TelefonSeelsorge Deutschland (ev./kath. Träger): TelefonSeelsorge
- 8BMBFSFJ: Hilfetelefon Schwangere in Not
Stand 27. Oktober 2026