Körper und Erholung
Das Wochenbett: was passiert und was euch zusteht
Wie lange das Wochenbett dauert, welche Hilfe von Hebamme und Krankenkasse euch zusteht und welche Warnzeichen zählen.
Geburt bis 3 Monate
Was in ihrem Körper passiert
Das Wochenbett dauert mindestens 6 bis 8 Wochen. Für die Rückbildung ihres Körpers rechnet man in der Medizin mit 6 Wochen.1
Das Wochenbett dauert mindestens sechs bis acht Wochen. Medizinisch rechnet man mit sechs Wochen für die Rückbildung.1
Der Wochenfluss dauert im Durchschnitt etwa 6 Wochen. Am Anfang ist er blutig und stärker als eine Periode.2
Der Wochenfluss dauert im Mittel etwa sechs Wochen. Anfangs ist er blutig und stärker als eine Periode.2
Hebammenhilfe: was euch zusteht
Ist sie gesetzlich versichert? Dann hat sie bis 12 Wochen nach der Geburt Anspruch auf Hilfe von einer Hebamme. Ist sie privat versichert? Dann klärt sie selbst mit ihrer Versicherung, was erstattet wird.3,4,5
Ist sie gesetzlich versichert, hat sie bis zwölf Wochen nach der Geburt Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett. Ist sie privat versichert, klärt sie die Erstattung selbst mit ihrer Versicherung.3,4,5
Bis zum 10. Lebenstag eures Babys sind bis zu 20 Kontakte mit der Hebamme möglich. Pro Tag sind es höchstens 2 Kontakte. Der Tag der Geburt zählt als 1. Lebenstag. So steht es im Hebammenhilfevertrag, Stand April 2026.6,7
Nach dem Hebammenhilfevertrag in der Fassung ab April 2026 sind bis zum 10. Lebenstag bis zu 20 Kontakte möglich, höchstens zwei pro Tag. Der Geburtstag zählt dabei als erster Lebenstag.6,7
Für die Hebammenbesuche im Wochenbett nennt eine Seite von familienplanung.de bis zu zwei Besuche täglich vom 1. bis 11. Tag. Der Hebammenhilfevertrag begrenzt diese frühe Zeit dagegen auf den 10. Lebenstag.4,7
Nach dem Hebammenhilfevertrag dauern die Kontakte mit der Hebamme bis zum 10. Lebenstag in der Regel bis zu 90 Minuten am Tag. In den ersten drei Lebenstagen und am Tag des ersten Hausbesuchs sind bis zu 120 Minuten möglich. Der zweite Kontakt an einem Tag kann auch per Video stattfinden.6,7
Der aktuelle Hebammenhilfevertrag gilt seit dem 1. November 2025, die Änderungen dazu seit dem 1. April 2026. Gekündigt werden kann der Vertrag frühestens zum 31. Dezember 2027.7,8
Vom 11. Lebenstag bis zum Ende der 12. Lebenswoche kommen bis zu 16 Kontakttage dazu.6,7
Vom 11. Lebenstag bis zum Ende der 12. Lebenswoche dauert ein Kontakt mit der Hebamme nach dem Hebammenhilfevertrag bis zu 60 Minuten, per Video bis zu 30 Minuten.6,7
Ab der 13. Lebenswoche gibt es noch bis zu 8 Kontakttage. Das gilt bei Problemen mit dem Stillen oder mit der Ernährung. Diese Tage gibt es bis zum Ende der Abstillzeit. Hat euer Baby Probleme mit der Ernährung, gilt das bis zum Ende des 9. Lebensmonats. Mehr gibt es nur, wenn eine Ärztin oder ein Arzt es anordnet.6,7,3
Ab der 13. Lebenswoche gibt es bei Still- oder Ernährungsproblemen noch bis zu acht Kontakttage. Sie gelten bis zum Ende der Abstillphase, bei Ernährungsproblemen eures Babys bis zum Ende des 9. Lebensmonats. Alles darüber hinaus gibt es nur auf ärztliche Anordnung.6,7,3
Manchmal kann sie euer Baby nicht versorgen, zum Beispiel wegen einer Krankheit. Dann hat euer Baby einen eigenen Anspruch auf eine Hebamme. Das gilt, wenn euer Baby gesetzlich versichert ist. Versorgst du euer Baby dann, kann die Hebamme dich betreuen. Die Krankenkasse eures Babys bezahlt das.3,6
Kann sie euer Baby nicht versorgen, etwa wegen Krankheit, hat ein gesetzlich versichertes Baby einen eigenen Anspruch. Versorgst du euer Baby dann, kann die Hebamme dich betreuen. Abgerechnet wird über die Krankenkasse eures Babys.3,6
Haushaltshilfe von der Krankenkasse
Manchmal kann sie wegen Schwangerschaft oder Geburt den Haushalt nicht machen. Ist sie gesetzlich versichert, hat sie dann Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Die Haushaltshilfe kommt von ihrer Krankenkasse. Das gilt nur, wenn niemand sonst, der bei euch wohnt, den Haushalt übernehmen kann.9
Ist sie gesetzlich versichert und kann sie den Haushalt wegen Schwangerschaft oder Geburt nicht weiterführen, hat sie Anspruch auf eine Haushaltshilfe ihrer Krankenkasse. Voraussetzung: Niemand sonst im Haushalt kann ihn übernehmen.9
Das betrifft dich direkt. Lebst du mit ihr zusammen und könntest den Haushalt übernehmen? Dann kann es sein, dass sie keine Haushaltshilfe bekommt.9
Das betrifft dich direkt: Lebst du im Haushalt und könntest übernehmen, kann das den Anspruch ausschließen.9
Kann die Krankenkasse keine Haushaltshilfe schicken? Dann könnt ihr selbst eine suchen. Die Krankenkasse zahlt dafür einen angemessenen Betrag.9,10
Stellt die Kasse keine Kraft, erstattet sie eine selbst gesuchte Haushaltshilfe in angemessener Höhe.9,10
Verwandte bis zum 2. Grad bekommen für die Hilfe kein Geld. Das gilt auch für angeheiratete Verwandte bis zum 2. Grad. Die Krankenkasse kann ihnen aber Fahrkosten erstatten. Auch einen Verdienstausfall kann die Krankenkasse erstatten.9,10
Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad bekommen dafür kein Geld. Fahrkosten und Verdienstausfall kann die Kasse aber erstatten.9,10
Beantragt wird die Haushaltshilfe bei ihrer Krankenkasse.11
Unterstützung
Wer euch helfen will, kann Essen bringen oder einkaufen. Helfende können auch Wäsche und Abwasch übernehmen. Oder Helfende kümmern sich um die Geschwister eures Babys. Manchmal hilft es schon, einfach zuzuhören.12
Helfende können Essen bringen, einkaufen, Wäsche und Abwasch übernehmen oder sich um Geschwister kümmern. Manchmal hilft schon, einfach zuzuhören.12
Deine Rolle
Nimm dir nach der Geburt am besten einige Tage frei.13
Idealerweise nimmst du dir nach der Geburt einige Tage frei.13
Einen eigenen bezahlten Urlaub für Väter nach der Geburt gibt es in Deutschland nicht. Bist du angestellt? Dann kannst du Urlaub nehmen oder ab der Geburt in Elternzeit gehen. Manchmal gibt es auch bezahlte freie Tage. Das steht dann in deinem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.14,15
Einen eigenen bezahlten Vaterschaftsurlaub gibt es in Deutschland nicht. Bist du angestellt, kommen Urlaub, Elternzeit ab der Geburt oder bezahlte freie Tage nach Arbeits- oder Tarifvertrag infrage.14,15
Was du tun kannst
Passt dazu
- Wochenfluss, Rückbildung, Nachwehen: so erholt sie sichWas sich in den Wochen nach der Geburt in ihrem Körper tut, welche Warnzeichen zählen und wie du sie entlastest.
- Die ersten Wochen zu Hause: dein PlanWas du vor der Geburt vorbereitest, wie ihr die Aufgaben teilt und wer euch in den ersten Wochen helfen kann.
- Wenn es ihr nicht gut geht: Babyblues, Depression, PsychoseBabyblues, Wochenbettdepression und Psychose: welche Anzeichen einer Depression es gibt, wie du ihr hilfst und wann du schnell Hilfe holst.
Quellen
- 1familienplanung.de (BIÖG): Was passiert im Wochenbett?
- 2familienplanung.de (BIÖG): Wochenfluss
- 3BMJ/BfJ, gesetze-im-internet.de: § 24d SGB V (Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe)
- 4familienplanung.de (BIÖG): Die Nachsorge-Hebamme
- 5familienplanung.de (BIÖG): Die Hebamme: Begleitung durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
- 6GKV-Spitzenverband und Hebammenverbände (bereitgestellt von AOK): Hebammenhilfevertrag, Anlage 1.1 Abschnitt 2: Vergütungsverzeichnis (gültig ab 01.04.2026)
- 7GKV-Spitzenverband und Hebammenverbände (bereitgestellt von AOK): Hebammenhilfevertrag, Anlage 1.1 Abschnitt 1: Vergütungsvereinbarung (Fassung Schiedsspruch 02.04.2025)
- 8GKV-Spitzenverband: Änderungsvereinbarung zum Hebammenhilfevertrag
- 9gesetze-im-internet.de: § 24h SGB V (Haushaltshilfe)
- 10gesetze-im-internet.de: § 38 SGB V (Haushaltshilfe)
- 11familienplanung.de (BIÖG): Das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt
- 12familienplanung.de (BIÖG): Interview: „Das Wochenbett dauert 40 Tage“ (C. M. Mergeay)
- 13familienplanung.de (BIÖG): Die ersten Tage nach der Geburt
- 14Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Kurzinformation WD 9 - 3000 - 004/20 „Anspruch auf Urlaub und Elternzeit nach der Geburt eines Kindes“ (11.02.2020)
- 15familienportal.de (BMBFSFJ): Elternzeit – Häufige Fragen
- 16familienplanung.de (BIÖG): Fieber im Wochenbett
- 17Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Stand 27. Oktober 2026