Zu dritt zu Hause
Die ersten Wochen zu Hause: dein Plan
Was du vor der Geburt vorbereitest, wie ihr die Aufgaben teilt und wer euch in den ersten Wochen helfen kann.
28. SSW bis 3 Monate
Deine freie Zeit
Nimm dir nach der Geburt möglichst ein paar Tage frei.1
Am besten nimmst du dir nach der Geburt einige Tage frei.1
In Deutschland gibt es keinen eigenen bezahlten Urlaub für Väter nach der Geburt. Bist du angestellt? Dann kannst du Urlaub nehmen oder ab der Geburt in Elternzeit gehen. Manchmal gibt es auch freie Tage nach deinem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.2, 3
Einen eigenen bezahlten Vaterschaftsurlaub gibt es in Deutschland nicht. Bist du angestellt, kommen Urlaub, Elternzeit ab der Geburt oder freie Tage nach Arbeits- oder Tarifvertrag infrage.2, 3
Eine Studie aus Schweden von 2024 fand: Konnten Väter in den Wochen nach der Geburt flexibler tageweise Elternzeit nehmen, hatten die Mütter nach der Geburt seltener gesundheitliche Komplikationen.4
Eine Übersichtsarbeit von 2026 zu bezahlter Familienzeit in den USA fand: Bezahlte Familienzeit ging mit besserer Gesundheit der gebärenden Eltern einher. Für die Partner waren die Effekte positiv oder neutral und schwächer.5
Aufgaben teilen
Probiert aus, wer welche Aufgabe übernimmt. Redet darüber und einigt euch.6
Wer welche Aufgaben übernimmt, müsst ihr ausprobieren und miteinander aushandeln.6
Übernimm euer Baby ab und zu, damit sie schlafen kann. Auch jemand aus der Familie kann das tun.7
Damit sie schlafen kann, übernimmst du oder jemand aus der Familie euer Baby zeitweise.7
Hilfe annehmen
Wer euch helfen will, kann Essen bringen oder einkaufen. Helfende können auch Wäsche und Abwasch machen. Oder Helfende kümmern sich um die Geschwister eures Babys. Manchmal hilft schon Zuhören. Freunde, Nachbarn und Verwandte sind in dieser Zeit eine Hilfe.6
Helfende können Essen bringen, einkaufen, Wäsche und Abwasch übernehmen oder sich um Geschwister kümmern. Manchmal hilft schon, einfach zuzuhören. Ein Netz aus Freunden, Nachbarn und Verwandten ist in dieser Zeit hilfreich.6
Die Hinweise zu Helfenden, zur Aufgabenteilung und zur Auszeit für Väter im Wochenbett stammen aus einem Experteninterview auf familienplanung.de von 2016.6
Ist sie gesetzlich versichert? Dann hat sie bis 12 Wochen nach der Geburt Anspruch auf Hilfe von einer Hebamme.8
Ist sie gesetzlich versichert, hat sie bis zwölf Wochen nach der Geburt Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett.8
Ist sie gesetzlich versichert, hat sie bis zwölf Wochen nach der Geburt Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett.8
Kann sie wegen Schwangerschaft oder Geburt den Haushalt nicht machen? Ist sie gesetzlich versichert? Dann hat sie Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Das gilt nur, wenn niemand sonst, der bei euch wohnt, den Haushalt übernehmen kann. Lebst du mit ihr zusammen und könntest den Haushalt übernehmen? Dann kann es sein, dass sie keine Haushaltshilfe bekommt.9
Kann sie wegen Schwangerschaft oder Geburt den Haushalt nicht weiterführen, hat sie als gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn niemand sonst im Haushalt übernehmen kann. Lebst du dort und könntest übernehmen, kann das den Anspruch ausschließen.9
Besuch
Wie es euch beiden geht
Auch du brauchst Zeit, um euer Baby kennenzulernen. Und du brauchst Zeit, um die Geburt zu verarbeiten.6
Auch du brauchst Zeit, um euer Baby kennenzulernen und die Geburt zu verarbeiten.6
Fast jede zweite Frau bekommt nach der Geburt einen Babyblues. Er dauert meist einige Tage, manchmal bis zu 2 Wochen. Ist ihre Stimmung länger als 2 Wochen gedrückt? Dann kann eine Depression dahinterstecken.10
Fast jede zweite Frau bekommt nach der Geburt einen Babyblues. Er dauert meist einige Tage, manchmal bis zu zwei Wochen. Bleibt ihre Stimmung länger als zwei Wochen gedrückt, kann eine Depression dahinterstecken.10
Hilfe gibt es in der Hausarztpraxis, der Frauenarztpraxis oder einer Psychotherapiepraxis. Für ein erstes Gespräch in der Psychotherapiepraxis braucht sie keine Überweisung.7, 10
Hilfe bei einer Wochenbettdepression gibt es in der Hausarzt-, Frauenarzt- oder Psychotherapiepraxis. Für ein psychotherapeutisches Erstgespräch braucht sie keine Überweisung.7, 10
Eine postpartale Psychose ist ein Notfall. Die Psychose beginnt meist plötzlich in den ersten 2 Wochen nach der Geburt. Oft merkt sie das selbst nicht. Dann müssen andere handeln, auch du. Besteht akute Gefahr? Dann ruft ihr die 112 an. Sonst holt schnell ärztliche Hilfe. Ist die Praxis zu, ruft ihr die 116 117 an. Aus deutschen Netzen ist der Anruf kostenlos. Britische Empfehlungen raten dann auch: Lasst nur wenig Besuch zu.11, 7, 10, 12
Eine postpartale Psychose ist ein medizinischer Notfall. Die Psychose beginnt meist plötzlich in den ersten zwei Wochen nach der Geburt. Oft merkt sie es selbst nicht, deshalb muss ihr Umfeld handeln, also auch du: In akuter Gefahr ruft ihr die 112, sonst holt ihr schnell ärztliche Hilfe, außerhalb der Sprechzeiten über die 116 117, aus deutschen Netzen kostenlos. Britische Empfehlungen raten dann auch, Besuch zu begrenzen.11, 7, 10, 12
Checkliste
Vor der Geburt
- Füll den Kühlschrank. Koch Essen vor und friere es ein.Kühlschrank füllen, Mahlzeiten vorkochen und einfrieren.1
- Babysachen besorgen.1
- Bist du angestellt und willst ab der Geburt Elternzeit? Dann melde die Elternzeit spätestens 7 Wochen vor dem errechneten Termin an.Bist du angestellt und willst ab der Geburt in Elternzeit gehen: spätestens 7 Wochen vor dem errechneten Termin anmelden.3
Passt dazu
- Das Wochenbett: was passiert und was euch zustehtWie lange das Wochenbett dauert, welche Hilfe von Hebamme und Krankenkasse euch zusteht und welche Warnzeichen zählen.
- Die ersten Stunden und Tage mit eurem BabyWas in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt passiert: Hautkontakt, erste Untersuchungen und wo ihr bleibt.
- Elternzeit: Anspruch, Anmeldung und AufteilungWer Elternzeit bekommt, wann und wie du sie anmeldest, wie du sie aufteilst und was für Kündigungsschutz und Teilzeit gilt.
- Psyche nach der Geburt: bei ihr und bei dirWelche Anzeichen es für Babyblues, Depression und eine belastende Geburt gibt, bei ihr wie bei dir, und wo ihr Hilfe findet.
- Wenn du kurz vor dem Ausrasten bistWenn das Schreien dich an deine Grenze bringt: wie du euer Baby und dich schützt, warum Schütteln lebensgefährlich ist und wer hilft.
Quellen
- 1familienplanung.de (BIÖG): Die ersten Tage nach der Geburt
- 2Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Kurzinformation WD 9 - 3000 - 004/20 „Anspruch auf Urlaub und Elternzeit nach der Geburt eines Kindes“ (11.02.2020)
- 3familienportal.de (BMBFSFJ): Elternzeit – Häufige Fragen
- 4Persson et al., Am Econ J Appl Econ: When Dad Can Stay Home: Fathers' Workplace Flexibility and Maternal Health
- 5Hergenrother et al., BMC Public Health: The impact of paid family leave on parent and infant health outcomes: a systematic review of quasi-experimental research
- 6familienplanung.de (BIÖG): Interview: „Das Wochenbett dauert 40 Tage“ (C. M. Mergeay)
- 7familienplanung.de (BIÖG): Wochenbett-Depression
- 8BMJ/BfJ, gesetze-im-internet.de: § 24d SGB V (Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe)
- 9gesetze-im-internet.de: § 24h SGB V (Haushaltshilfe)
- 10gesund.bund.de (BMG, mit IQWiG): Wochenbettdepression
- 11NHS (UK): Postpartum psychosis
- 12Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- 13elternsein.info (NZFH/BIÖG): Gefahr Schütteltrauma
- 14kindergesundheit-info.de (BIÖG): FAQ: „Unser Baby schreit unglaublich viel …“
- 15BIÖG: Ein lautstarkes Signal: Schreien
Stand 27. Oktober 2026