Spielen und Bindung
Du und euer Kind: Bindung, Toben und Angebote für Väter
Was die Forschung über Väter und Kinder weiß, was über Toben und Elternzeit bekannt ist und wo du andere Väter triffst.
Geburt bis 3 Jahre
Bindung
Ein Kind bindet sich meist am stärksten an Mutter und Vater. Auch zu Großeltern oder Tageseltern kann ein Kind eine wichtige Bindung aufbauen.1
Hauptbindungspersonen eines Kindes sind in der Regel Mutter und Vater. Auch Großeltern oder Tageseltern können wichtige Bindungspersonen werden.1
Ab etwa 3 Monaten unterscheiden Babys vertraute Menschen von fremden. Ab etwa 7 bis 8 Monaten spüren Babys Trennungen stärker.1
Ab etwa drei Monaten unterscheiden Babys vertraute Personen. Ab etwa sieben bis acht Monaten erleben sie Trennungen stärker.1
Schon in den ersten Tagen merkt ein Baby einen Unterschied. Der Vater geht anders mit dem Baby um als die Mutter. Das Baby reagiert darauf.2
Schon in den ersten Tagen merkt ein Baby, dass sein Vater anders mit ihm umgeht als die Mutter, und reagiert darauf.2
Väter spielen oft Spiele mit viel Bewegung. Das fördert Geschick und Belastbarkeit. Mütter nutzen beim Spielen häufiger Spielzeug und Sprache. Beide Arten zu spielen gelten als wertvoll.2
Väter bringen oft Bewegungsspiele ein, die Geschicklichkeit und Belastbarkeit fördern. Mütter nutzen häufiger Spielzeug und Sprache. Beide Spielweisen gelten als wertvoll.2
Was zählt: deine Zuwendung
Eine Auswertung hat 24 Langzeitstudien zur Beteiligung von Vätern betrachtet. In 22 davon zeigten sich Vorteile für die Kinder.3
Eine Auswertung von 24 Langzeitstudien zur Beteiligung von Vätern fand in 22 davon positive Effekte für die Kinder.3
In dieser Auswertung war aktives, regelmäßiges Engagement der Väter am besten belegt. Gemeint ist der direkte Umgang mit dem Kind. Dieses Engagement hing mit Vorteilen zusammen. Dazu gehörten weniger Verhaltensprobleme bei Jungen und weniger psychische Probleme bei jungen Frauen. Dazu gehörte auch eine bessere geistige Entwicklung.3
In der Auswertung von 24 Langzeitstudien war aktives, regelmäßiges Engagement von Vätern am besten belegt, also direkter Umgang mit dem Kind. Es ging mit weniger Verhaltensproblemen bei Jungen, weniger psychischen Problemen bei jungen Frauen und einer besseren geistigen Entwicklung einher.3
In dieser Auswertung gab es keine beste Art, sich als Vater zu beteiligen.3
In der Auswertung von 24 Langzeitstudien war keine bestimmte Form, sich als Vater zu beteiligen, besser als eine andere.3
Eine große Studie aus Großbritannien hat über 6.000 Kinder begleitet. Gingen Väter emotional auf ihr Kind ein und fühlten sich in ihrer Rolle sicher? Das hing mit weniger Verhaltensproblemen der Kinder mit 9 Jahren zusammen. Die Wahrscheinlichkeit für Verhaltensprobleme war um 13 bis 14 Prozent geringer.4
In einer großen britischen Studie mit über 6.000 Kindern hing es mit einer um 13 bis 14 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für Verhaltensprobleme mit 9 Jahren zusammen, wenn Väter emotional auf ihr Kind eingingen und sich in ihrer Rolle sicher fühlten.4
In der britischen Studie ging es auch um die Menge. Wie viel Kinderbetreuung und Hausarbeit Väter machten, hing nicht mit Verhaltensproblemen zusammen.4
Wie viel Kinderbetreuung und Hausarbeit Väter übernahmen, hing in der großen britischen Studie nicht mit Verhaltensproblemen der Kinder zusammen.4
Die große britische Studie zur Beteiligung von Vätern und zu Verhaltensproblemen ihrer Kinder erschien 2016. Ausgewertet wurden Daten der Geburtskohorte ALSPAC mit rund 6.300 bis 6.900 Kindern.4
Eine weitere Studie hat Väter mit ihrem 3 Monate alten Baby beobachtet. Waren die Väter dabei distanziert und unbeteiligt? Das sagte Verhaltensprobleme mit einem Jahr voraus. Gemeint sind Probleme, die sich nach außen richten.5
In einer weiteren Studie sagten distanzierte, unbeteiligte Begegnungen von Vätern mit ihrem drei Monate alten Baby nach außen gerichtete Verhaltensprobleme mit einem Jahr voraus.5
Die Studien zu Zuwendung und Beteiligung von Vätern zeigen Zusammenhänge im Durchschnitt. Was die Ursache ist, zeigen diese Studien nicht sicher.3, 4, 5
Die Studien zu Zuwendung und Beteiligung von Vätern beobachten Zusammenhänge im Durchschnitt, keine sicheren Ursachen.3, 4, 5
Fürsorge und du
Eine Studie hat erfasst, wie viel Zeit Väter selbst mit der Betreuung ihres Kindes verbrachten. Das hing damit zusammen, wie stark bestimmte Hirnregionen vernetzt waren. Für die Forschenden ist das ein Hinweis, dass Fürsorge das Gehirn von Vätern formt.6
Wie viel Zeit Väter direkt mit der Betreuung ihres Kindes verbrachten, hing in einer Studie mit der Vernetzung bestimmter Hirnregionen zusammen. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Fürsorge das Gehirn von Vätern formt.6
Eine Auswertung von 12 Studien hat Haut-zu-Haut-Kontakt mit Vätern untersucht. Bei den Babys zeigten sich positive Effekte auf Temperatur, Schmerz und Verhalten. Auch bei den Vätern zeigten sich positive Effekte. Das betraf das Hineinfinden in die Vaterrolle, den Umgang mit dem Baby und Stress. Es gibt dazu aber nur wenige Daten.7
In einer Auswertung von 12 Studien zeigte Haut-zu-Haut-Kontakt mit Vätern positive Effekte auf Temperatur, Schmerz und Verhalten der Babys. Bei den Vätern zeigten sich positive Effekte auf Rollenfindung, Umgang mit dem Baby und Stress. Die Datenlage ist dünn.7
Toben
Eine Auswertung hat 16 Studien mit 1.521 Vätern und ihren Kindern zusammengefasst. Körperliches Spiel von Vätern hing schwach bis mäßig mit Vorteilen für die Kinder zusammen. Das betraf vier Dinge: weniger Aggression, bessere soziale Fähigkeiten, besserer Umgang mit Gefühlen und bessere Selbststeuerung.8
Eine Auswertung von 16 Studien mit 1.521 Vater-Kind-Paaren fand: Körperliches Spiel von Vätern hing schwach bis mäßig mit weniger Aggression, besserer sozialer Kompetenz, besseren emotionalen Fähigkeiten und besserer Selbstregulation der Kinder zusammen.8
Die Studien zum Toben zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursachen. Aus diesen Studien folgt also nicht, dass Toben Kinder sozialer macht.8
Die Studien zum Toben zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Dass Toben Kinder sozialer macht, lässt sich daraus nicht ableiten.8
Elternzeit wirkt nach
Eine Studie aus Deutschland fand: Schon eine kurze Elternzeit wirkte sich bei Vätern dauerhaft aus. Das betraf ihre Beteiligung an Kinderbetreuung und Hausarbeit. Auf ihre Arbeitszeit wirkte sich die Elternzeit nur eine Zeit lang aus.9
Eine deutsche Studie fand: Schon eine kurze Elternzeit von Vätern hatte dauerhafte Effekte auf ihre Beteiligung an Kinderbetreuung und Hausarbeit. Die Effekte auf ihre Arbeitszeit verschwanden mit der Zeit.9
2007 kamen beim Elterngeld die Vätermonate dazu. Eine zweite Studie aus Deutschland hat das untersucht. Väter arbeiteten nach ihrer Elternzeit weniger und betreuten ihr Kind mehr. Das galt auch nach kurzer Elternzeit. Und auch, wenn beide Eltern zusammen in Elternzeit waren.10
Eine zweite deutsche Studie zur Einführung der Vätermonate beim Elterngeld 2007 fand: Väter arbeiteten nach ihrer Elternzeit weniger und betreuten mehr, auch nach kurzer oder gemeinsamer Elternzeit.10
In dieser Studie übernahmen nur manche Väter mehr Hausarbeit. Das waren Väter mit mehr als 2 Monaten Elternzeit. Und Väter, die allein in Elternzeit waren, während die Partnerin arbeitete.10
In der deutschen Studie zu den Vätermonaten von 2007 übernahmen nur die Väter mehr Hausarbeit, die mehr als zwei Monate Elternzeit nahmen oder allein in Elternzeit waren, während die Partnerin arbeitete.10
Ein Papa-Monat in Schweden führte dazu, dass Väter deutlich mehr Elternzeit nahmen. Eine dauerhafte Änderung bei der Arbeitsteilung fand eine Studie dort aber nicht. Gemessen hat die Studie das an den Tagen, an denen Eltern kranke Kinder pflegten.11
In Schweden erhöhte ein Papa-Monat die Elternzeit von Vätern deutlich. Eine dauerhafte Verschiebung bei der Arbeitsteilung fand eine Studie dort nicht, gemessen an den Tagen, an denen Eltern kranke Kinder pflegten.11
Konnten Väter in Schweden in den Wochen nach der Geburt flexibel einzelne Tage Elternzeit nehmen? Dann hatten Mütter seltener gesundheitliche Komplikationen nach der Geburt.12
Konnten Väter in Schweden in den Wochen nach der Geburt flexibel einzelne Tage Elternzeit nehmen, hatten Mütter seltener gesundheitliche Komplikationen nach der Geburt.12
In Deutschland bekam für fast die Hälfte der 2023 geborenen Kinder mindestens ein Vater Elterngeld. Genau waren es 46,4 Prozent. Die Väter bekamen Elterngeld im Schnitt 3,4 Monate lang.13
In Deutschland bezog für 46,4 Prozent der 2023 geborenen Kinder mindestens ein Vater Elterngeld. Väter bezogen es im Schnitt 3,4 Monate.13
Dass für 46,4 Prozent der 2023 geborenen Kinder mindestens ein Vater Elterngeld bezog, ist eine andere Kennzahl als der Väteranteil beim Elterngeld. Der Väteranteil ist der Anteil der Väter an allen, die Elterngeld beziehen.13, 14
Angebote für Väter
Angebote speziell für Väter gibt es zum Beispiel in Berlin und Hamburg.15, 16
Das Väterzentrum Berlin bietet ein Papa-Café für Väter in Elternzeit mit Kindern bis 2 Jahre. Außerdem gibt es ein Papa-Kind-Café, Ausflüge und einen Crashkurs für werdende Väter. Du bekommst dort auch Beratung, zum Beispiel zu Elterngeld, Arbeitsrecht und Partnerschaft.15
Das Väterzentrum Berlin bietet ein Papa-Café für Väter in Elternzeit mit Kindern bis zwei Jahre, ein Papa-Kind-Café, Ausflüge, einen Crashkurs für werdende Väter und Beratung, etwa zu Elterngeld, Arbeitsrecht und Partnerschaft.15
VÄTER e. V. in Hamburg bietet Treffen für Väter in Elternzeit. Es gibt dort eine offene Sprechstunde für Väter. Du kannst dich allein oder mit ihr als Paar beraten lassen, auch auf Englisch. Außerdem gibt es einen Erste-Hilfe-Kurs für Papas.16
VÄTER e. V. in Hamburg bietet Elternzeittreffs, eine offene Vätersprechstunde, Einzel- und Paarberatung, auch auf Englisch, und einen Erste-Hilfe-Kurs für Papas.16
VÄTER e. V. in Hamburg bietet auch die Veranstaltung „Vater werden – Die Geburt erleben“ an.16
Die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW ist ein Zentrum für Väterarbeit. Das Zentrum richtet sich vor allem an Fachkräfte. Es verweist auf das Familienportal NRW mit dem Bereich „Aktive Vaterschaft“. Außerdem verweist es auf die Fachstelle Väterarbeit NRW.17
Die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW ist ein Kompetenzzentrum für Väterarbeit, vor allem für Fachkräfte. Sie verweist auf das Familienportal NRW mit dem Bereich „Aktive Vaterschaft“ und auf die Fachstelle Väterarbeit NRW.17
Beratungsangebote für Männer findest du über das Männerberatungsnetz unter maennerberatungsnetz.de.18
Das Männerberatungsnetz gehört zum Bundesforum Männer, einem Dachverband für Jungen-, Männer- und Väterpolitik.18, 19
PEKiP bietet Gruppen für Eltern und Babys im 1. Lebensjahr. Dort geht es um Spiel, Bewegung und Austausch. Auf der Seite von PEKiP kannst du nach Postleitzahl einen Kurs suchen.20
Eltern-Baby-Gruppen im ersten Lebensjahr mit Spiel, Bewegung und Austausch findest du über die Kurssuche von PEKiP nach Postleitzahl.20
Auf elternsein.info findest du Frühe Hilfen in eurer Nähe. Du suchst dort nach Postleitzahl. Außerdem findest du dort Schreiambulanzen und Elternkurse für Mütter und Väter.21
Auf elternsein.info findest du Frühe Hilfen in eurer Nähe über eine Suche nach Postleitzahl, außerdem Schreiambulanzen und Elternkurse für Mütter und Väter.21
Eigene Gruppen nur für Väter nennt PEKiP auf der Startseite nicht. Auch elternsein.info hat keine eigene Rubrik für Väter.20, 21
Was du tun kannst
- Nimm dir regelmäßig Zeit nur für euer Kind. Sei dann ganz bei ihm. In Studien hing die Art der Zuwendung stärker mit dem Verhalten der Kinder zusammen. Die Menge an Betreuung hing weniger damit zusammen.4, 3
- Nimm dir regelmäßig Zeit, in der du dich ganz eurem Kind zuwendest. In Studien hing die Art der Zuwendung stärker mit dem Verhalten der Kinder zusammen als die Menge an Betreuung.4, 3
- Auch eine kurze Elternzeit kann verändern, wie viel du dich später kümmerst. Plant die Elternzeit früh gemeinsam.9, 10
- Auch eine kurze Elternzeit kann verändern, wie viel du dich später kümmerst. Plant sie früh gemeinsam.9, 10
Passt dazu
Quellen
- 1BIÖG: Bindung: Streben nach Sicherheit und Geborgenheit
- 2BIÖG: Vater, Mutter, Eltern sein
- 3Sarkadi et al., Acta Paediatr: Fathers' involvement and children's developmental outcomes: a systematic review of longitudinal studies
- 4Opondo et al., BMJ Open: Father involvement in early child-rearing and behavioural outcomes in their pre-adolescent children: evidence from the ALSPAC UK birth cohort
- 5Ramchandani PG et al., J Child Psychol Psychiatry 2013: Do early father-infant interactions predict the onset of externalising behaviours in young children?
- 6Abraham E et al., PNAS 2014: Father's brain is sensitive to childcare experiences
- 7Shorey et al., Midwifery: Skin-to-skin contact by fathers and the impact on infant and paternal outcomes: an integrative review
- 8StGeorge et al., Infant Ment Health J: Measurement of father-child rough-and-tumble play and its relations to child behavior
- 9Tamm, Labour Economics: Fathers' parental leave-taking, childcare involvement and labor market participation
- 10Bünning, European Sociological Review: What happens after the „daddy months“? Fathers' involvement in paid work, childcare, and housework after taking parental leave in Germany
- 11Ekberg et al., Journal of Public Economics: Parental leave – A policy evaluation of the Swedish „Daddy-Month“ reform
- 12Persson et al., Am Econ J Appl Econ: When Dad Can Stay Home: Fathers' Workplace Flexibility and Maternal Health
- 13Statistisches Bundesamt: Elterngeld für im Jahr 2023 geborene Kinder
- 14Statistisches Bundesamt: Elterngeld 2025: Anteil der Eltern mit Elterngeld Plus auf Höchststand
- 15Väterzentrum Berlin (Väterzentrum e. V.): Väterzentrum Berlin (Väterzentrum e. V.)
- 16VÄTER e. V. / Väterzentrum Hamburg: VÄTER e. V. / Väterzentrum Hamburg
- 17LAG Väterarbeit NRW: LAG Väterarbeit NRW
- 18Bundesforum Männer: Männerberatungsnetz: Suche nach Beratungsangeboten
- 19Bundesforum Männer: Vatertag 2026: Doch noch Hoffnung auf die Vaterschaftsfreistellung?
- 20PEKiP e. V: PEKiP e. V
- 21elternsein.info (NZFH, © NZFH/BIÖG): Startseite mit Suche nach Frühen Hilfen und Schreiambulanzen
- 22BIÖG: Ein lautstarkes Signal: Schreien
- 23Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH): Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma
Stand 27. Oktober 2026