Zwillingsgeburt: Zeitpunkt, Geburtsmodus und Ablauf
Wann Zwillinge meist kommen, wann eine vaginale Geburt möglich ist und was im Kreißsaal anders ist als bei einem Kind.
Passt für: 25. SSW bis Geburt3 Min. Lesezeit
Symbolbild, mit KI erstellt
Das Wichtigste
Viele Zwillinge kommen zu früh. Britische Empfehlungen sagen: Etwa 6 von 10 Zwillingsschwangerschaften enden von selbst vor der 38. SSW.1, 2, 3
Viele Zwillinge kommen zu früh. Nach britischen Empfehlungen enden etwa 60 von 100 Zwillingsschwangerschaften von selbst vor 37+0, also vor der 38. SSW.1, 2, 3
2024 kamen in deutschen Kliniken etwa drei von vier Mehrlingen per Kaiserschnitt zur Welt. Eine vaginale Geburt ist bei Zwillingen in vielen Fällen möglich.4, 3
Wie eure Babys geboren werden, entscheidet ihr am Ende selbst. Lasst euch Vor- und Nachteile von vaginaler Geburt und Kaiserschnitt erklären.3
Bis zum Beginn der 29. SSW soll vieles besprochen sein. Zum Beispiel: Wo, wann und wie kommen eure Babys zur Welt? So sehen es britische Empfehlungen vor.1
Nach britischen Empfehlungen sollen bis spätestens zum Beginn der 29. SSW unter anderem Geburtsort, Zeitpunkt und Art der Geburt besprochen sein.1
Kommt nur eines eurer Babys auf die Neugeborenen-Station, verteilt sich eure Zeit auf zwei Orte. Fragt, ob ihr das Geschwisterkind bei Besuchen mitbringen dürft.5
Wann Zwillinge kommen
Viele Zwillinge kommen zu früh. Etwa 6 von 10 Zwillingsschwangerschaften enden von selbst vor 37+0. Das ist vor der 38. SSW. Diese Zahl nennen britische Empfehlungen.1, 2, 3
Viele Zwillinge kommen zu früh. Nach britischen Empfehlungen enden etwa 60 von 100 Zwillingsschwangerschaften von selbst vor 37+0, also vor der 38. SSW.1, 2, 3
Kommen die Wehen nicht von selbst? Dann wird die Geburt ab Beginn der 38. SSW eingeleitet. Manchmal auch früher. Laut Studien ist das gut für Mutter und Kinder.3
Setzen die Wehen nicht von selbst ein, wird die Geburt nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit mit Beginn der 38. SSW, also ab 37+0, oder noch früher eingeleitet. Studien zeigen dafür Vorteile für Mutter und Kinder.3
Britische Empfehlungen bieten eine geplante Geburt an. Der Zeitpunkt hängt von der Art der Plazenta ab. Das gilt, wenn alles unkompliziert verläuft. Hat jedes Baby eine eigene Plazenta, ist es die 38. SSW. Teilen sich eure Babys eine Plazenta, ist es die 37. SSW. Teilen sich eure Babys auch die Fruchthöhle, ist es die 33. bis 34. SSW.1
Bei unkompliziertem Verlauf bieten britische Empfehlungen je nach Plazenta-Art eine geplante Geburt an: bei DCDA-Zwillingen in der 38. SSW (37+0 bis 37+6), bei MCDA-Zwillingen in der 37. SSW (36+0 bis 36+6) und bei MCMA-Zwillingen zwischen 32+0 und 33+6, also in der 33. bis 34. SSW.1
Bei DCDA-Zwillingen scheint eine geplante Geburt ab 37+0 nach britischen Empfehlungen nicht mit mehr schweren Komplikationen für die Babys verbunden zu sein. Geht die Schwangerschaft über 37+6 hinaus, steigt das Risiko eines Fruchttods. Bei MCDA-Zwillingen steigt dieses Risiko schon über 36+6 hinaus.1
Vor einer geplanten Geburt von MCDA-Zwillingen wird nach britischen Empfehlungen eine Spritze zur Lungenreife erwogen. MCMA-Zwillinge kommen nach britischen Empfehlungen meist auf die Neugeborenen-Station.1
Möchte sie keine geplante Geburt? Dann werden ihr wöchentliche Termine mit Ultraschall angeboten. So sagen es britische Empfehlungen.1
Möchte sie keine geplante Geburt, bieten britische Empfehlungen ihr wöchentliche Termine mit Ultraschall an.1
Zwillinge, die zu früh kommen, liegen öfter auf einer Station für Neugeborene. Das gilt für geplante und spontane Frühgeburten.1
Nach einer geplanten oder spontanen Frühgeburt kommen Zwillinge nach britischen Empfehlungen häufiger auf eine Neugeborenen-Station.1
Vaginale Geburt oder Kaiserschnitt
In deutschen Kliniken kamen 2024 etwa 3 von 4 Mehrlingen per Kaiserschnitt zur Welt.4
2024 kamen in deutschen Kliniken 75,5 Prozent der Mehrlinge per Kaiserschnitt zur Welt, also etwa drei von vier.4
Bei Zwillingen ist oft eine vaginale Geburt möglich. Es kommt zum Beispiel auf Schwangerschaftswoche, Gewicht und Lage der Babys an.3
Eine vaginale Geburt ist bei Zwillingen in vielen Fällen möglich. Es kommt unter anderem auf Schwangerschaftswoche, Gewicht und Lage der Babys an.3
Gute Voraussetzungen für eine vaginale Geburt von Zwillingen sind zum Beispiel: mehr als 32 Schwangerschaftswochen, mindestens 1.500 g, Kopf nach unten. Liegt das erste Baby mit dem Po nach unten? Auch dann kann eine vaginale Geburt möglich sein.3
Gute Voraussetzungen für eine vaginale Zwillingsgeburt sind nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zum Beispiel mehr als 32 Schwangerschaftswochen, mindestens 1.500 g und Schädellage. Selbst eine Beckenendlage des ersten Babys muss eine vaginale Geburt nicht ausschließen.3
Britische Empfehlungen sagen: Vaginale Geburt und Kaiserschnitt sind beide eine sichere Wahl. Das gilt bei Zwillingen mit getrennten Fruchthöhlen. Die Schwangerschaft ist über 32+0 hinaus unkompliziert. Nichts spricht gegen Wehen. Das erste Baby liegt mit dem Kopf voran. Und eure Babys sind nicht deutlich verschieden groß.1
Nach britischen Empfehlungen sind geplante vaginale Geburt und geplanter Kaiserschnitt bei DCDA- und MCDA-Zwillingen beide eine sichere Wahl, wenn die Schwangerschaft über 32+0 hinaus unkompliziert ist, nichts gegen Wehen spricht, das erste Baby mit dem Kopf voran liegt und es keinen deutlichen Größenunterschied gibt.1
Mehr als 1 von 3 Frauen mit Zwillingen bekommt trotz geplanter vaginaler Geburt einen Kaiserschnitt. Selten kommt das erste Baby vaginal und das zweite per Notkaiserschnitt. Diese Zahlen nennen britische Empfehlungen.1
Bei einer geplanten vaginalen Zwillingsgeburt nach 32+0 bekommt nach britischen Empfehlungen mehr als ein Drittel der Frauen doch einen Kaiserschnitt. Bei wenigen ist nach der vaginalen Geburt des ersten Babys ein Notkaiserschnitt für das zweite nötig.1
Liegt das erste Baby nicht mit dem Kopf nach unten? Dann bieten britische Empfehlungen einen Kaiserschnitt an. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit sieht das anders. Dort heißt es: Eine vaginale Geburt kann trotzdem möglich sein.1, 3
Liegt das erste Baby zum geplanten Termin nicht mit dem Kopf voran, bieten britische Empfehlungen einen Kaiserschnitt an. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hält eine vaginale Geburt bei Beckenendlage des ersten Babys dagegen nicht für ausgeschlossen.1, 3
Teilen sich eure Babys Plazenta und Fruchthöhle, sehen britische Empfehlungen einen Kaiserschnitt vor. Bei Drillingen ebenso.1
Bei MCMA-Zwillingen sehen britische Empfehlungen einen Kaiserschnitt vor, ebenso bei Drillingen.1
Ihr entscheidet am Ende selbst, wie eure Babys zur Welt kommen.3
Wie eure Babys geboren werden, entscheidet ihr am Ende selbst.3
Gespräche vor der Geburt
Ab der 25. SSW wird mit ihr über die Geburt gesprochen. Wenn sie möchte, ist ihre Familie dabei. So sehen es britische Empfehlungen vor.1
Britische Empfehlungen sehen vor, ab der 25. SSW mit ihr über die Geburt zu sprechen, und wenn sie möchte, auch mit ihrer Familie.1
Bis zum Beginn der 29. SSW soll vieles besprochen sein. Wo soll die Geburt sein? Wohin bei einer Frühgeburt? Wann und wie soll die Geburt sein? Welche Schmerzlinderung? Wie werden die Herztöne überwacht? Was passiert in der Nachgeburtsphase? So sehen es britische Empfehlungen vor.1
Bis spätestens zum Beginn der 29. SSW sollen nach britischen Empfehlungen besprochen sein: Geburtsort, mögliche Verlegung bei einer Frühgeburt, Zeitpunkt und Art der Geburt, Schmerzlinderung, Überwachung der Herztöne und die Nachgeburtsphase.1
Was im Kreißsaal anders ist
Bei der Geburt werden die Herztöne von beiden Babys die ganze Zeit überwacht. Das passiert mit einem CTG mit zwei Kanälen. So sehen es britische Empfehlungen vor.1
Während der Geburt werden die Herztöne beider Babys nach britischen Empfehlungen ab 26+0 durchgehend per CTG überwacht, mit zwei Kanälen.1
Für das CTG trägt sie Gurte mit einem Sensor für jedes Baby. Sie kann sich trotzdem bewegen und die Position wechseln.6
Für das CTG trägt sie nach britischen Empfehlungen Gurte mit je einem Sensor pro Baby. Sie kann sich trotzdem in verschiedene Positionen bewegen.6
Plant sie eine vaginale Geburt, soll ihr eine PDA angeboten werden. Mit einer PDA geht eine Geburt mit Hilfsmitteln leichter. Ein schneller Notkaiserschnitt geht damit ebenfalls leichter. So sagen es britische Empfehlungen.1, 6
Will sie vaginal gebären, raten britische Empfehlungen, ihr eine PDA anzubieten. Eine PDA erleichtert eine assistierte Geburt und, falls nötig, einen schnellen Notkaiserschnitt.1, 6
Ist das erste Baby geboren, wird geprüft, wie das zweite liegt. Dafür kann auch ein Ultraschall gemacht werden. Hören die Wehen dann auf, kann ein Wehentropf ein Thema sein.6
Nach der Geburt des ersten Babys wird nach britischen Empfehlungen geprüft, wie das zweite liegt. Dafür kann auch ein Ultraschall gemacht werden. Hören die Wehen danach auf, kann ein Wehentropf besprochen werden.6
Nach einer Geburt mit Mehrlingen ist das Risiko höher, dass sie viel Blut verliert.1
Eine Mehrlingsschwangerschaft ist nach britischen Empfehlungen ein Risikofaktor für stärkeren Blutverlust nach der Geburt.1
Muss nur ein Baby auf die Station für Neugeborene? Dann seid ihr an zwei Orten gefragt.5
Kommt nur eines eurer Babys auf die Neugeborenen-Station, verteilt sich eure Zeit auf zwei Orte.5
Was du tun kannst
Lasst euch Vorteile und Nachteile von beiden Wegen erklären. Nehmt euch Zeit. Ein zweites Gespräch zur Beratung kann helfen.3
Lasst euch Vor- und Nachteile von vaginaler Geburt und Kaiserschnitt erklären und nehmt euch Zeit. Ein zweites Beratungsgespräch kann helfen.3
Liegt nur ein Baby auf der Station für Neugeborene? Fragt dann, ob ihr das andere Baby bei Besuchen mitbringen dürft.5
Liegt nur ein Baby auf der Neugeborenen-Station, fragt, ob ihr das Geschwisterkind bei Besuchen mitbringen dürft.5